Was wäre, wenn die Welt von heute auf morgen vergisst, wer man ist, während man selbst als einziger all seine Erinnerungen behält? Mit dieser Bürde muss sich Spider-Man alias Peter Parker (Tom Holland) in seinem neuesten Leinwand-Abenteuer arrangieren. In «Spider-Man: Brand New Day» kämpft er aber nicht nur mit seiner eigenen Einsamkeit, sondern auch mit einem unsichtbaren Gegner.
Die Einsamkeit des Peter Parker
Im bislang letzten Film «Spider-Man: No Way Home» hatte Bösewicht Mysterio die Identität von Spider-Man gelüftet. Daraufhin bat Peter schweren Herzens Doctor Strange, die Erinnerung sämtlicher Menschen an ihn zu löschen, darunter seine Freundin MJ (Zendaya), sein bester Kumpel Ned (Jacob Batalon) und seine Superhelden-Kollegen.
Fünf Jahre sind seit «Spider-Man: No Way Home» vergangen, im Film ist der Zeitraum allerdings deutlich kürzer. Während MJ und Ned ihr Studium begonnen und eine WG gegründet haben, lebt Peter als Einzelgänger und folgt den beiden auf Instagram. Er konzentriert sich ganz auf die Verbrecherjagd.
«Während Spider-Man aufblüht, erlebt Peter Parker die dunkelste Zeit seines Lebens», sagte Holland vorab auf einer Pressekonferenz zum Film. «Was ich an dem Film am meisten liebe, ist, dass er letztlich eine Mahnung vor den Gefahren eines einsamen Lebens ist, eines Lebens ohne Gemeinschaft und ohne Freunde. Manchmal ist es der mutigste Schritt, jemanden um Hilfe zu bitten. Doch genau diesen Rat ignoriert er bewusst.»
Unheimliche Veränderungen bei Spider-Man
Tag und Nacht jagt Spider-Man Kriminelle und vernachlässigt dabei seine Gesundheit. Kopfschmerzen plagen ihn, sein Arm bereitet ihm Probleme. Als Reaktion auf den Stress verändert sich sein Körper zunehmend. Die Spinnenhormone machen sich immer stärker bemerkbar und beginnen, ihn auf beunruhigende Weise zu verändern. Seine Sinne werden schärfer, er wird kräftiger, aber auch aggressiver.
Auch als eine neue, übernatürliche Bedrohung in New York auftaucht, will sich Spider-Man allein der Herausforderung stellen. Sein mysteriöser Gegner übernimmt das Bewusstsein anderer Menschen, wechselt ständig von einer Person zur nächsten und kontrolliert deren Gedanken und Handlungen - nur bei Spider-Man gelingt das nicht. Warum er es auf die Behörde Damage Control abgesehen hat, bleibt zunächst unklar.
Während Peter mit seinem einsamen Schicksal hadert, sucht er als Spider-Man nach Antworten - zu der unbekannten Bedrohung und zu seinen eigenen Veränderungen. Dabei begegnet er unter anderem Yelena Belova (Florence Pugh) und Bruce Banner alias Hulk (Mark Ruffalo). Und nach anfänglichen Zweifeln akzeptiert er auch Hilfe von Frank Castle alias The Punisher (Jon Bernthal), der nach der TV-Serie nun sein Leinwand-Debüt gibt.
Vorab sorgte vor allem die Verpflichtung von «Stranger Things»-Star Sadie Sink für Spekulationen. Über ihre Rolle, die hier nicht verraten wird, um Spoiler zu vermeiden, wurde im Internet gerätselt. «Ich hatte lange Zeit gar kein Drehbuch», berichtete Sink.
Persönliche Story im Mittelpunkt
Nach drei Filmen von Regisseur Jon Watts, die 2021 im Multiversum-Spektakel von «Spider-Man: No Way Home» mit den beiden Ex-Spinnenmännern Tobey Maguire und Andrew Garfield gipfelten, übernahm nun Destin Daniel Cretton die Regie. Obwohl die Handlung fortgesetzt wird, ist sie in gewisser Weise ein Reboot. Statt des üblichen Marvel-Spektakels steht der persönliche Konflikt von Peter Parker im Mittelpunkt.
«In unseren ersten drei Spider-Man-Filmen im MCU stand vor allem im Mittelpunkt, dass Peter Teil eines größeren gemeinsamen Universums ist», sagte Kevin Feige, Präsident der Marvel Studios. «Was "Brand New Day" so besonders macht, ist, dass sich diesmal alles auf Peter und New York konzentriert.»