Robert Pattinson als Jäger von Sexualstraftätern
In «Primetime» spielt Pattinson einen umstrittenen TV-Moderator – gegen den Willen des echten Vorbilds. Es geht um die Jagd auf Sexualstraftäter im Fernsehen und die Grenzen der TV-Inszenierung.
In «Primetime» spielt Pattinson einen umstrittenen TV-Moderator – gegen den Willen des echten Vorbilds. Es geht um die Jagd auf Sexualstraftäter im Fernsehen und die Grenzen der TV-Inszenierung.
In seinem neuen Film verkörpert Robert Pattinson einen realen Mann – und der wehrt sich gegen das Bild, das der Schauspieler von ihm zeichnet. Chris Hansen war in den Nullerjahren ein bekannter US-Fernsehjournalist. In der Serie «To Catch a Predator» ließ er mutmaßliche Sexualstraftäter vor laufender Kamera auflaufen.
Es war ein umstrittenes Fernsehformat, das von 2004 bis 2007 lief. Hansen setzte in der Sendung Erwachsene ein, die sich als minderjährige Lockvögel ausgaben. Vor laufender Kamera überführte er die Männer dann.
In «Primetime» verkörpert Pattinson (40) den Showmaster Hansen in dieser Zeit. Der Film von Lance Oppenheim lässt die Originalserie wieder lebendig werden, mit vielen nachgestellten Szenen, die Befremden auslösen.
Der echte Hansen findet den Film nicht gut
Im Mittelpunkt steht Hansen auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Der Film begleitet ihn bei den Dreharbeiten zu «To Catch a Predator» und zeigt, wie aus den Treffen verschiedener Männer mit den vermeintlichen Minderjährigen ein großes Fernsehereignis wird. Dabei geht es nicht nur um die Überführung der Männer, sondern auch um Hansen selbst und die Frage, wie sehr die Sendung von seiner eigenen Inszenierung lebt.
Der echte Hansen, heute 67, zeigte sich vor dem Film – ohne ihn gesehen zu haben – wenig begeistert. In einem Interview sagte er, er sei nicht konsultiert worden, der Film sei eine Erfindung und er fände Pattinsons Darstellung «übertrieben dramatisch» – zumindest, was den Trailer angehe. Darauf wurde Pattinson bei den Filmfestspielen Venedig angesprochen, wo «Primetime» Premiere feierte. «Natürlich hoffe ich, dass ihm der Film gefällt», sagte Pattinson da.
Das ist mindestens fraglich. Pattinson spielt Hansen als Egomanen, der seine moralische Autorität aus der eigenen Inszenierung bezieht: als jemand, der vorgibt, die Wahrheit ans Licht zu bringen, dabei aber immer auch weiß, wie gut sich diese Geschichten vor laufender Kamera verkaufen lassen.
Was Pattinson an «To Catch a Predator» fasziniert
Pattinson sagte, dass ihn weniger Chris Hansen als Figur interessiert habe, sondern die besondere Wirkung seiner Sendung. «Je öfter man sich die Sendung ansieht, desto mehr hat seine Präsenz etwas Magnetisches an sich», sagte er über Hansen. Dass die Sendung bis heute im Gedächtnis geblieben sei, liege nicht allein an ihrem Thema, sondern auch daran, dass Hansen damit die Regeln des Fernsehens auf eigenwillige Weise durchbrochen habe.
Ironischerweise hat nun der echte Hansen Berichten zufolge Werbespots gebucht, die vor jeder Kinovorstellung von «Primetime» in den USA laufen sollen. Nicht, um für den Film zu werben, sondern für seine eigene Streamingplattform, auf der er weiterhin True-Crime-Fälle präsentiert.
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