Die Erwartungen der Booktoker
Josh Hartnett ließ sich von den Erwartungen der Fans nicht unter Druck setzen. «Ich nutze keine sozialen Medien, deshalb kenne ich das BookTok-Phänomen nur aus diesen Interviews», gestand der 48-Jährige. «Jeder einzelne Mensch, der das Buch gelesen hat, hat eine andere Vorstellung davon, wie Jeremy aussehen, sich verhalten, gehen und sprechen sollte. Ich kann es nicht allen recht machen.»
Dakota Johnson, die seit der «Fifty Shades of Grey»-Reihe Erfahrung mit Bestseller-Verfilmungen hat, sieht das ähnlich. «Je authentischer man der eigenen Vorstellungskraft gegenüber ist, desto wahrhaftiger wirkt es für den Zuschauer», sagte die 36-Jährige.
Viele ihrer Szenen zeigen Lowen allein beim Lesen, während sich der Horror in ihrem Kopf abspielt. «Michael und ich haben viel darüber gesprochen, wo ich an bestimmten Stellen im Manuskript lese und wie ich die Seiten halte», erzählt sie. «Kleine Dinge, die einem einen Hinweis darauf geben, was sie gerade erlebt.»
Sex, Nacktheit und Obsession
«Verity» ist ein Erotikthriller, wie es ihn zuletzt kaum noch im Kino gab - mit viel nackter Haut und expliziten Sexszenen. Während der Film in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben ist, bekam er in den USA ein R-Rating, also keine Jugendfreigabe.
Druck, den Film zu entschärfen, habe es nicht gegeben. «Das muss ein Film mit R-Rating sein», sagte Showalter. «Es geht um romantische Besessenheit und sexuelle Besessenheit. Das zu verwässern, würde dem Stoff überhaupt nicht gerecht werden.»
Auch Hathaway hält die Erotik für unverzichtbar. «Auch wenn es eine sehr schaurige Geschichte ist, gibt es in dem Buch viele heiße, körperliche, erotische Elemente», sagt sie. «Diese Essenz des Buches mussten wir einfangen.»
Spoiler-Alarm: Stars sprechen schon über das Ende
Normalerweise wird vor dem Kinostart eines Thrillers möglichst wenig verraten. Bei «Verity - Dunkle Geheimnisse» ist es anders: Millionen Leser kennen die Geschichte längst und streiten seit Jahren über die Figuren. Das Ende ist Interpretationssache. Hathaway hat sich festgelegt. «Ich erzähle es jedem, der fragt», sagt sie lachend. «Ich finde, Lowen ist verrückt.»
Beim Dreh durfte das allerdings keine Rolle spielen. «Das Spannende daran, Verity zu spielen, war, dass ich in der Lage sein musste, die Geschichte von beiden Seiten erzählen zu können.» Findet auch Hartnett. «Es ist nicht meine Aufgabe, dem Publikum zu sagen, was es von Jeremy halten soll», sagt er. «Mit am besten finde ich, dass das Ende offen ist.»
Von Philip Dethlefs, dpa
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