Richterin Barbara Salesch: Unfall vor TV-Dreh
Ellenbogen gebrochen, trotzdem gedreht: Barbara Salesch ließ sich für ihren neuen Film nicht stoppen. Sogar die Richterrobe wurde zum Improvisationsstück. Der Krimi ist am Mittwoch zu sehen.
Ellenbogen gebrochen, trotzdem gedreht: Barbara Salesch ließ sich für ihren neuen Film nicht stoppen. Sogar die Richterrobe wurde zum Improvisationsstück. Der Krimi ist am Mittwoch zu sehen.
TV-Richterin Barbara Salesch hat für einen neuen RTL-Krimi mit ihr als Hauptfigur einiges auf sich genommen. Die 76 Jahre alte Juristin brach sich kurz vor dem Dreh den Ellenbogen - und zog die Produktion des Spielfilms dennoch durch. Das verriet Salesch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
«Ich bin kurz vor dem Dreh ganz banal im Garten gestürzt», berichtet Salesch, die auf einem Hof im ostwestfälischen Petershagen lebt. Dabei sei der Ellenbogen gebrochen, der operiert und auch verschraubt werden musste.
Viel Zeit für Schonprogramm blieb Salesch allerdings nicht: Nur einen Tag nach ihrer Entlassung begann schon der Dreh für den Film «Barbara Salesch - Freier Fall in den Tod». Das Primetime-Special wird am Mittwoch (23. September, 20.15 Uhr) bei RTL ausgestrahlt.
Ein Enterhaken am Arm
Absagen wollte Salesch den Dreh nicht. «Ich bin nun einmal selbstständig, und als Selbstständige handhabt man solche Situationen eben auf diese Weise», so ihr Credo. Stattdessen passte sie sich den neuen Umständen an. Beim Dreh trug Salesch eine sogenannte Orthese am Arm. Für die TV-Richterin ein ziemlich eigenartiges Accessoire: «Martialisches Teil. Mit einem Haken, den man als Enterhaken hätte einsetzen können.» Das medizinische Hilfsmittel am Arm ist im Film auch zu sehen.
Auch der Plot musste sich in Teilen dem Ellenbogen beugen. Einige ursprünglich geplante Szenen waren nicht mit der Verletzung kompatibel. Eigentlich sollte Salesch zum Beispiel etwas unter dem Schreibtisch machen - aber mit der Orthese am Arm ging das nicht. «In einer der neuen Szenen fällt mir dann eben alles aus der Hand und ich sorge auch sonst für Unordnung.»
Auch modisch waren Anpassungen notwendig - denn die Richterrobe ließ sich nicht wie üblich anziehen. «In den rechten Ärmel kam ich problemlos hinein, aber auf der linken Seite musste ich den Stoff wie der Musketier D'Artagnan locker über die Schulter werfen», berichtete Salesch, durchaus vergnügt.
Zusammengehalten wurde das Ganze vorne mit einer Kette, weshalb die Robe während der Verhandlung offenstand. Doch Salesch kennt die Vorschriften genau. «Im Gesetz steht nur, dass man mit einer Robe verhandeln muss - aber nicht, dass diese zwingend geschlossen sein muss», betonte sie.
Freie Sicht auf den Lackgürtel
Überdies habe die unfreiwillige Mode-Revolution auch ihr Gutes. «Das Positive an dieser modischen Notlösung ist, dass die Zuschauer dadurch zum allerersten Mal meine schönen bunten Lackgürtel sehen können, die sonst immer verdeckt bleiben», sagte Salesch.
Die Juristin ist so etwas wie die Grande Dame der deutschen Gerichtsshows. Vor ihrer TV-Karriere arbeitete sie als Juristin am Landgericht Hamburg. Ende der 90er Jahre löste sie mit ihrer Sendung «Richterin Barbara Salesch» (Sat.1) den großen Boom des Genres mit aus. Mittlerweile urteilt sie für RTL, nun auch am Abend. Im vergangenen Jahr lief ein erstes Primetime-Special mit ihr und holte gute Quoten. Jetzt steht der nächste Hochglanz-Krimi an. Erzählt wird der Film aus der Sicht der Richterin - also Salesch.
Die Handlung: Eine junge Frau stürzt aus dem vierten Stock eines Bürogebäudes und schlägt mitten zwischen den Gästen eines Cafés auf. Und plötzlich steht ein einflussreiches Unternehmer-Ehepaar, dem das Bürogebäude gehört, wegen Totschlags vor Gericht. «Je länger der Prozess läuft, desto mehr kommt ans Licht», so Salesch. «Habgier, Sex, Erpressung und Machtmissbrauch.»
Noch lange nicht Schluss
Ein Ende des Schaffens der TV-Richterin ist nicht absehbar. «Meine Zukunft im Fernsehen hängt grundsätzlich von zwei entscheidenden Faktoren ab», sagte sie. «Ich muss weiterhin gefragt sein und es muss mir Spaß machen. Wenn diese beiden Dinge zusammenkommen, haben wir bei den Produktionen eine super Zeit miteinander», sagte Salesch.
Auch ihre tägliche Gerichtsshow sei keineswegs eingemottet. «Dass unsere tägliche Sendung angeblich nicht weitergeht, ist völliger Quatsch», sagte Salesch. Es gebe nur eine Pause. «Der wahre Grund dafür ist aber schlichtweg, dass RTL noch reichlich abgedrehte Folgen auf Halde liegen hat, die noch nicht gesendet wurden.» Es gebe bereits Gespräche über eine neunte Staffel.
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