Hans Klok lässt Amsterdam staunen – Magie zum Mitmachen
Peter Kneffel/dpa
Hans Klok lässt Amsterdam staunen – Magie zum Mitmachen
Zauberei

Schau in Amsterdam – Warum fasziniert Magie immer noch?

Die durchgesägte Dame, die schwebende Kugel, die wundersame Befreiung aus Ketten: Meisterillusionist Hans Klok zeigt in Amsterdam Tricks aus dem goldenen Zeitalter der Zauberkunst.

Wer hat noch nicht davon geträumt, einen Zauberstab zu haben? Einmal etwas verschwinden lassen oder zum Schweben bringen. Nur einmal Zauberer sein. Das kann man nun in Amsterdam. Das Jüdische Museum erzählt gemeinsam mit dem internationalen Star-Illusionisten Hans Klok die Geschichte der großen Illusionisten der Geschichte: «Abrakadabra - Das goldene Zeitalter der Magier, Zauberer und Illusionisten». Und: Vier berühmte Zaubertricks können Besucher sogar selbst ausprobieren. 

Da steht zum Beispiel ein Schrank, in dem jemand verschwinden kann. Und eine Kiste, in der man sich in zwei Teile sägen lassen kann. Wenig später springt man dann wie von Zauberhand gesund und munter wieder heraus. 

Es sind Tricks, mit denen Zauberkünstler vor über 100 Jahren die Welt eroberten. Um 1900 begann die magische Blütezeit. Artisten brachten Zaubertricks von Marktplätzen und Zirkusmanegen in die großen Show- und Varietétheater. Sie wurden die ersten Illusionisten. Darunter waren Okito (1875-1963) und Harry Houdini (1874-1926). 

Viele Tricks von damals sind die Basis für heutige Illusionen, sagt Klok. Das Schwebenlassen oder die Entfesselung etwa. 

Großer Inspirator für Klok ist etwa der berühmte Entfesselungskünstler Harry Houdini. Er starb vor 100 Jahren in den USA. Der arme ungarisch-jüdische Einwanderer wurde zum amerikanischen Superstar. 

«So populär wie nie zuvor»

«Houdini war auch die erste große PR-Maschine», sagt Peter Vogel, Berater des Museums. So trat er gratis auf und befreite sich auf öffentlichen Plätzen fast mühelos aus seinen Ketten. Klar: Daraufhin boomte der Verkauf zu seinen Shows.

Die Faszination für das Zaubern hat nach Überzeugung der Macher der Ausstellung seit jener Blütezeit nie nachgelassen. «Es ist sogar noch nie so populär gewesen wie jetzt», sagt Vogel. «Menschen lieben das Spektakel, und sie wollen verblüfft werden», sagt Vogel. 

Magie liegt im internationalen Trend. Shows von Illusionisten sind ausverkauft. Legendär war das deutsch-amerikanische Duo Siegfried & Roy. Der US-Weltstar David Copperfield ließ einmal sogar die Freiheitsstatue in New York scheinbar verschwinden. 

Filme mit Zaubertricks wie «Die Unfassbaren - Now you see me» sind Kassenschlager. Und dann sorgte natürlich der Welterfolg von Harry Potter für einen Zauberboom. Seither gibt es auch immer mehr Zauberschulen und -workshops. 

Zauberlehrling Gianni (12) 

Zum Glück gibt es immer noch Menschen, die verzaubern wollen. Wie zum Beispiel der 12-jährige Gianni Marsie. «Es ist toll, um Menschen zum Staunen zu bringen», sagt der niederländische Zauberlehrling. Vor fünf Jahren packte ihn das Zauberfieber, als er zum ersten Mal bei einer Show von Hans Klok war. «Ich wusste: Das will ich auch werden.» Seither übt Gianni jeden Tag ein paar Stunden. 

Gianni hat bereits Preise gewonnen und tritt auch auf Partys und Familienfesten auf. Sein Outfit: schwarze Hose, schwarzes Hemd und schwarze Lackschuhe - wie sein Idol Hans Klok. 

Und von dem hat er gelernt: Die Show ist wichtig. Denn ein Zauberer muss nicht nur schnelle Finger haben, sondern auch die Zuschauer ablenken. Und noch ein Tipp des großen Meisters: «Am Ende muss man sich immer schön verbeugen.»

Von Annette Birschel, dpa
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