Happy Birthday - Das Jubiläumsalbum der Sportfreunde Stiller
Die Sportfreunde Stiller feiern ihr Bandjubiläum gebührend - mit einer Tour, einem Film und vor allem mit einem neuen Album. Der passende Titel: «Happy Birthday!».
Die Sportfreunde Stiller feiern ihr Bandjubiläum gebührend - mit einer Tour, einem Film und vor allem mit einem neuen Album. Der passende Titel: «Happy Birthday!».
30 Jahre gemeinsam auf der Bühne, Höhen, Tiefen - und der Soundtrack für die Jugend einer ganzen Generation: Die Sportfreunde Stiller feiern ihr Bandjubiläum und schenken sich und ihren Fans dazu ein neues Album: «Happy Birthday!» kommt an diesem Freitag (12. Juni) auf den Markt.
Darin setzen sie der Weltlage, dem Weltschmerz, ein Konzept von Zusammenhalt und Optimismus entgegen - das, was die Band seit 30 Jahren ausmacht. Die Songs auf dem Album heißen «Keine Blumen ohne Regen», «Wir laden uns auf», «Vergiss mir die Zukunft nicht» - oder schlicht «Happy».
«Selbstaufladung und leichteres Zeug»
«Anfangs waren noch schwerere Themen am Start, aber die haben sich nicht lange gehalten. Uns dürstete dann auch eher so nach Selbstaufladung und irgendwie leichterem Zeug», sagt Sänger Peter Brugger im Interview der Deutschen Presse-Agentur.
«Wobei die Situationen der heutigen Gesellschaft oder Weltlage ja schon in der ein oder anderen Zeile immer wieder durchschwingen. Aber der Grundtenor ist eben dieser verbindende», sagt Schlagzeuger Florian Weber.
«Das alles macht uns ja selber auch fertig», ergänzt Brugger. «Wir haben darauf keinen Bock. Wir halten es auch nicht aus, wenn am Ende kein Happy End dasteht. Wir haben auch im zweiten Lied auf dem Album "Wir laden uns auf" eigentlich genau versucht, das zu beschreiben. Ja, okay, ist gerade scheiße, aber es ist ja nicht alles scheiße.»
«Bisschen mehr Musik hören, bisschen mehr rausgehen»
Dass nicht alles scheiße ist, schließen die drei Musiker aus den Erlebnissen auf ihren Konzerten. «Bei Konzerten habe ich das Gefühl, womöglich repräsentieren wir wirklich den kompletten Durchschnitt der Gesellschaft. Der Korridor, das ist alles, was uns verbindet. Wir wollen irgendwo miteinander eine gute Zeit haben», sagt Bassist Rüdiger Linhof. «Und da stehe ich dann oft so auf der Bühne und das ist ein Gedanke, den man immer wieder bekommt: Irgendwie ist es doch so leicht. Bisschen mehr Musik hören, bisschen mehr rausgehen, bisschen mehr Brettspiele spielen, Karten spielen.»
Sänger Brugger sieht «so eine Zeit, in der sich vieles verdichtet und in der man die Welt nur noch durch total vergiftetes Social Media betrachtet», sagt er im dpa-Interview. «Das, was früher normaler war - so etwas Reales und so ein Wir-Gefühl - das wird halt jetzt zur Sehnsucht. Ob es eine WM ist, wo man miteinander feiert und Dinge total selbstverständlich sind - dieses versaut man sich heute durch diesen Scheiß, den man die ganze Zeit konsumiert und der alle so misstrauisch werden lässt.»
So ist das Album, das sich so anhört, wie man es von den «Sportis» gewohnt ist, wohl vor allem ein Mutmach-Album in schweren, dunkler werdenden Zeiten - und auch ein Feiern von 30 Jahren Party, Musik - und natürlich Freundschaft.
«Ohne Freundschaft würde das bei uns nicht gehen», heißt ein zentraler Satz in der ARD-Dokumentation «Mit dem Herz in der Hand», die am Tag der Albumveröffentlichung im Ersten gezeigt werden soll und in der Mediathek schon zu sehen ist. Darin heißt es auch: «Wir sind immer noch hier.»
Nach Angaben ihres Managements hat die Band zwei Millionen physische Tonträger verkauft – ohne Stream oder Download – und mit fünf Alben sechsmal Gold und zwei Platin-Auszeichnungen eingesackt. Die Single «Ein Kompliment» wurde weltweit über 210 Millionen Mal gestreamt.
Aus dem Atomic Café ans Brandenburger Tor
Die 30-jährige Bandgeschichte begann zu Studienzeiten an der Uni und im legendären Atomic Café in München. Von dort aus starteten die drei Musiker eine Karriere, die sie 2006 ans Brandenburger Tor brachte. Als Lieferanten des Soundtracks für das Fußball-Sommermärchen während der Weltmeisterschaft in Deutschland waren die drei Musiker fast so berühmt wie die Mannschaft um Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Co.
Die Krise und das große Schweigen
Die pünktlich zum Album ausgestrahlte Doku thematisiert auch eine große Krise zwischen den Musikern und Freunden, als Sänger Brugger feststellte, dass er ausgebrannt sei, eine Pause brauche für sich und seine junge Familie - und als vor allem Drummer Weber das nicht verstehen konnte.
Sie erzählt vom großen Schweigen zwischen den Freunden und davon, wie schwer es war, dieses Schweigen zu überwinden - und wie sehr sich diese Anstrengung dann doch gelohnt hat. «Es ist dieser Sportfreunde-Vibe, der dann sofort aufkommt, wenn wir Drei zusammen sind», sagt Sänger Brugger.
Zukunftspläne: Japan und die Ukraine
Derzeit sind die Musiker auf Tournee, auf einer «Konzertreise» mit dem grammatikalisch eigenwilligen und an einen ihrer ersten Songs erinnernden Titel «30 wunderbaren Jahren». Dutzende Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen es bis Oktober werden, viele davon sind ausverkauft.
Bleiben denn nach allem, was die Drei zusammen schon erlebt haben, noch Pläne, Wünsche und Träume? «Ich würde gerne in Japan spielen», sagt Brugger. Und Bassist Linhof: «Ich würde gerne in der Ukraine spielen. Ich will eine Tour durch die ganze Ukraine machen und mit all den Leuten saufen. Zu einem herrlichen Konzert. Lauter bunte Getränke und ganz viele Zigaretten.»
Von Britta Schultejans und Sylvie Rüdinger, dpa
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