Ein erstes Tattoo mit 62, Provokationen, die den Vatikan auf den Plan riefen, und immer wieder Neuerfindungen: Madonna blickt auf eine Karriere zurück, in der sie viele Grenzen verschoben hat. Nun bringt die Pop-Ikone mit «Confessions II» erstmals seit 2019 wieder ein Studioalbum heraus. Der Titel knüpft an ihr 2005 erschienenes Erfolgsalbum «Confessions on a Dance Floor» mit Hits wie «Hung Up» an. Ganz in Madonnas Manier sorgt bereits die Kampagne zum Album vor der Veröffentlichung am 3. Juli für Gesprächsstoff.
In einem vorab veröffentlichten Video zum Album-Start strahlt nicht nur der Sängerin und den sie umgebenden Tänzern ein Laser aus dem Schritt, sie feiert auch eine Party mit Supermodel Kate Moss und dem Schauspieler Benedict Cumberbatch. Das Albumcover zeigt die Sängerin unter einem transparenten lilafarbenen Schleier mit oberschenkelhohen Strümpfen und Pumps - und spielt passend zum Albumtitel, der auch mit «Beichten» übersetzt werden kann, mit religiöser Ikonographie.
Als Tochter eines «religiösen Roboters» geboren
Religion und Glaube ist ein wiederkehrendes Thema in der Karriere der 1958 als Tochter einer erzkatholischen Familie mit italienischen Wurzeln geborenen Madonna. Bis heute sagt sie, die komplizierte Kindheit sei der Propeller gewesen, der sie angetrieben habe, etwas aus sich zu machen. Ihren Vater nennt sie einen «religiösen Roboter», der sie selbst nie werden wollte.
Madonna hat heute ihre eigene Auslegung von Glauben. In einem Podcast-Interview sagte sie kürzlich, sie glaube an das Universum, und daran, dass ihr Schutzengel in ihren schwierigsten Zeiten zur Seite gestanden hätten - etwa als sie mit gerade einmal 17 Jahren nach New York zog, ohne Geld und ohne Freunde. «Im ersten Jahr wurde ich mit vorgehaltener Waffe überfallen, auf das Dach eines Gebäudes gezerrt, wo ich mit einem Messer im Rücken vergewaltigt wurde. Außerdem wurde dreimal in meine Wohnung eingebrochen», erzählte Madonna dem Magazin «Harper's Bazaar» in einem früheren Interview.
«Like A Virgin» war ein Skandal - und Karriere-Katapult
Ihr erstes Album «Madonna» mit Songs wie «Everybody» werden ein voller Erfolg. Aber es ist auch die Auseinandersetzung mit Traditionen der Kirche und die darin vorgesehene Rolle der Frau, die sie zum Weltstar macht. Bei ihrem Auftritt bei den MTV Video Music Awards 1984 mit «Like A Virgin» singt sie in ein Brautkleid gekleidet selbstbewusst über Sexualität und räkelt sich dabei auf der Bühne, was viele als Tabubruch wahrnehmen. Madonna wird für viele Frauen zum Vorbild für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität.