Außerdem sind zum ersten Mal die «Reference Reels» des Albums enthalten. Diese Originalbänder in Stereo und Mono von Produzent Felix Pappalardi dürften Audiophile und eingefleischte Cream-Fans freuen, weil sie einen seltenen Einblick in die klangliche Entwicklung der Aufnahmen bieten.
Die Bänder hatten Pappalardi und seine Frau Gail Collins, die als Songwriterin beteiligt war, beim Auszug aus ihrem gemieteten Haus in New York zurückgelassen. Die Inhaberin fand Hunderte von Tonbändern in einer Plastiktüte und bewahrte sie auf. Über einen Sammler, der das Material zunächst erwarb, landeten sie später in den Händen von Historikern und Musikproduzenten, die das Material aufbereiteten.
Erster Platinerfolg für ein Doppelalbum
«Wheels of Fire» verbindet eingängige Melodien mit ausufernden Instrumentalpassagen der drei Musikvirtuosen, die sich auf der Bühne einen ständigen musikalischen Wettstreit lieferten. «Wheels of Fire» erreichte Platz 1 der US-Albumcharts und war die erste Doppel-LP der Musikgeschichte, die mit Platin ausgezeichnet wurde.
Knapp vier Wochen nach der Veröffentlichung kündigten Cream ihre Trennung an. Zuvor ging das bereits zerstrittene Trio aber noch für mehr als ein halbes Jahr auf Konzerttournee. Die im Boxset enthaltenen Live-Aufnahmen aus San Francisco – im Fillmore Auditorium und im Winterland Ballroom – entstanden ein paar Monate vor der Veröffentlichung von «Wheels of Fire». Sie waren überwiegend schon auf den Alben «Live Cream» und «Live Cream Volume II» erhältlich und wurden neu gemastert.
Ein Boxset für Klangpuristen und Fans
Das Boxset im leuchtend-silbernen Look beinhaltet ein gebundenes Buch mit zusätzlichen Informationen. Die unterschiedlichen Versionen sind vor allem für Klangpuristen interessant. Vom dramatischen Intro von «White Room» über den Bluesrock-Kracher «Sitting on Top of the World» und das folkige «As You Said» bis zum groovig-treibenden «Deserted Cities of the Heart» mit Cello-Einlagen ist «Wheels of Fire» unabhängig von der Abmischung ein musikalischer Genuss für Rockliebhaber.
Von Philip Dethlefs, dpa
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