Märchenhochzeit in Norwegen: Vor 25 Jahren heirateten Kronprinz Haakon und Mette-Marit. (Archivbild)
Martin Athenstädt / dpa
Märchenhochzeit in Norwegen: Vor 25 Jahren heirateten Kronprinz Haakon und Mette-Marit. (Archivbild)
Norwegisches Königshaus

Mette-Marit und Haakon: Seit 25 Jahren durch Dick und Dünn

Norwegens Kronprinzenpaar hat eine harte Zeit hinter sich. Die große Party zur Silberhochzeit fällt wegen Mette-Marits Krankheit aus. In der Krise wirkt die Beziehung der Royals stärker denn je.

Die schlimmsten Tage sind vorbei. Darauf jedenfalls dürften Norwegens Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit hoffen, nachdem die schwer kranke Kronprinzessin in diesem Sommer eine neue Lunge bekommen hat. Eine große Party mit den Landsleuten wird es zur Silberhochzeit des Paars am 25. August trotzdem nicht geben. Aber im Kleinen werden die beiden ihre Liebe sicher feiern. Denn wenn die Krisen der Königsfamilie in den vergangenen Monaten etwas gezeigt haben, dann das: Haakon und Mette-Marit halten zusammen - komme, was wolle.

Und es kam ziemlich viel auf einmal: Anfang des Jahres geriet die Kronprinzessin in die Schlagzeilen, nachdem pikante Details über ihre Freundschaft mit dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein ans Licht gekommen waren. Veröffentlichte Mails offenbarten jahrelangen Kontakt der beiden - und eine engere Beziehung als angenommen. 

Die beiden sollen sich demnach über Epsteins «Frauenjagd» in Paris und langweilige Royal-Hochzeiten ausgetauscht haben. Peinlich für das Königshaus und eine zusätzliche Belastung für Mette-Marit, deren Gesundheitszustand sich in den Monaten davor verschlechtert hatte.

Krankheit und Skandale stellen die Beziehung auf die Probe

Die Kronprinzessin leidet seit Jahren an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose, bei der das Lungengewebe vernarbt. Schwere Atemnot und Husten sind die Folge. Sichtlich angeschlagen saß Mette-Marit im März in ihrem Zuhause im Schloss Skaugum und gab ein Interview im norwegischen Fernsehen, in dem sie ihre Freundschaft zu Epstein bereute. Direkt neben ihr, natürlich: Haakon. 

Während viele Norweger Mette-Marits Eignung als künftige Königin kritisch sehen, hat Haakon in den vergangenen Monaten immer wieder klargemacht, dass er nicht von der Seite seiner Frau weicht. So auch im Interview des Senders NRK: «Wir sind seit über 25 Jahren zusammen. Und haben eine Beziehung aufgebaut, in der wir fest zusammen stehen. Wenn man heiratet, dann gilt das in guten und in schlechten Zeiten.»

Der Prinz und die Partykönigin: So fing alles an

Öffentlicher Gegenwind ist für Haakon und Mette-Marit nicht neu. Zwischen den beiden Musikfans hatte es 1999 bei einem Festival gefunkt. Vor der Beziehung mit dem Kronprinzen hatte die Bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby den Ruf einer Partykönigin mit ausschweifender Drogen-Vergangenheit gehabt.

Weil sie sich von ihrer wilden Vergangenheit distanzierte und als warmherzige Mutter und bodenständige Prinzessin zeigte, schloss das Volk sie trotzdem ins Herz. Mette-Marit brachte ihren Sohn Marius mit in die Ehe. 

Bei der Hochzeit flossen Tränen

Kronprinz Haakon ließ sich ohnehin schon damals nicht beirren und heiratete seine «Mette» am 25. August 2001 in einer emotionalen Zeremonie im Osloer Dom. Mit einem Taschentuch tupfte sich Mette-Marit eine Träne nach der anderen ab. «Ich glaube nicht, dass ich jemals so schwach und zugleich so stark war wie in deiner Gegenwart», sagte Haakon in seiner Hochzeitsrede. «Ich glaube nicht, dass ich jemals so von Liebe erfüllt war wie an deiner Seite.»

Es folgten zunächst recht unbeschwerte Jahre und zwei gemeinsame Kinder: Erbprinzessin Ingrid Alexandra (22) und Prinz Sverre Magnus (20). Die beiden wuchsen mit ihrem Halbbruder Marius Borg Høiby auf Schloss Skaugum, dem Sitz der Familie, auf.

Haakon soll den kleinen Jungen aufgenommen haben wie einen eigenen Sohn. Doch der Kronprinz konnte nicht verhindern, dass Marius später auf die schiefe Bahn geriet. Er nahm Drogen, feierte exzessiv, wurde gewalttätig und stand Anfang des Jahres in einem Prozess vor Gericht. Im Juni wurde er unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Für das Kronprinzenpaar war das neben Krankheit und Epstein-Affäre die dritte Belastungsprobe. 

Die beiden stehen weiter hinter Marius. Wie sehr Mette-Marit in Zukunft an Haakons Seite stehen kann, ist dagegen unklar. Im Juni teilte der Hof mit, die Kronprinzessin habe eine neue Lunge bekommen. Haakon hatte zuvor immer wieder Termine abgesagt. Für ihn zähle nur eins: bei seiner schwer kranken Frau sein zu können. Der Hof sprach kurz vor der Transplantation plötzlich von einem lebensbedrohlichen Zustand der Kronprinzessin. Ohne den Eingriff hätte sie nach Einschätzung der Ärzte nur noch rund ein Jahr zu leben gehabt.

Jetzt hat das Kronprinzenpaar wieder Hoffnung. Nach den turbulenten Monaten braucht Mette-Marit vor allem eins: Ruhe. Der königliche Kalender verrät wenig darüber, wie die beiden ihren 25. Hochzeitstag verbringen. Nur soviel: Kronprinz Haakon soll an dem Tag vom Schlossbalkon aus eine Vorführung der Königlichen Garde auf dem Schlossplatz verfolgen. Klingt wenig romantisch. Für den Rest des Tages wird er sich schon etwas einfallen lassen.

Von Julia Wäschenbach, dpa
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