Polizei: Angriff bei Rave in der Schweiz war Amoklauf
Schüsse beim Techno-Rave: Eine 22-Jährige stirbt, sechs weitere Menschen werden verletzt. Was die Polizei inzwischen über den Tathergang und den Verdächtigen weiß.
Schüsse beim Techno-Rave: Eine 22-Jährige stirbt, sechs weitere Menschen werden verletzt. Was die Polizei inzwischen über den Tathergang und den Verdächtigen weiß.
Die Schüsse nach einem Musikevent im Schweizer Kanton Aargau am Wochenende waren nach Polizeiangaben ein Amoklauf. Die Behörde hatte knapp 24 Stunden nach der Tat einen 43 Jahre alten Schweizer unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Er habe nach den Ermittlungen die Schüsse abgegeben, durch die eine Frau starb und sechs Menschen verletzt wurden. «Er hatte keine Mitwisser oder Mittäter», sagte Staatsanwalt Christoph Rüedi.
Bei dem Festgenommenen liege nach ersten Erkenntnissen ein psychisches Leiden vor. Ein Motiv sei aber unklar. Vorstrafen seien nicht bekannt. Der Mann sei Truppenkoch gewesen und 2013 aus der Armee ausgeschieden.
Mehr als 40 Schüsse mit Sturmgewehr
Nach Angaben der Polizei war der Mann mit dem Auto zum Gelände des Aargauischen Rennvereins gefahren, wo seit Samstag ein Techno-Musikevent stattfand. Der Rave war praktisch zu Ende, als die Schüsse fielen. Es hätten sich aber noch mehr als 100 Menschen auf dem Gelände aufgehalten.
Der Mann habe dort mit einem Sturmgewehr zunächst rund 40 Mal wahllos in die Menschenmenge geschossen. An einem weiteren Standort habe er mit einer Pistole geschossen. In seinem Auto seien eine Kalaschnikow und zwei Pistolen gefunden worden.
Mann stellte sich
Der Mann habe sich in der Nacht zu Montag selbst gestellt und sei nun in Untersuchungshaft. Gegen ihn laufe ein Strafverfahren wegen vorsätzliche Tötung, Mord, mehrfache Gefährdung des Lebens und Widerhandlung gegen das Waffengesetz.
Die tödlich verletzte 22-Jährige war Italienerin. Fünf Menschen wurden durch Schüsse verletzt, eine weitere Person, die sich erst später meldete, durch einen «Abpraller», wie die Polizei berichtete. Unter den Verletzten ist eine Deutsche, die in der Schweiz lebt. Die 24-Jährige sprach im Interview mit der Zeitung «Blick» von zwei Streifschüssen.
Zunächst war unklar gewesen, ob es einen oder mehrere Täter gab. Die Polizei löste eine Großfahndung aus, an der auch deutsche Behörden beteiligt waren. Der Tatort liegt rund 25 Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg.
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