Angriff an Putins Geburtstag - viele Tote in der Ukraine
Es wird kälter, und Kiew rechnet erneut mit schweren russischen Attacken auf die ukrainische Energieversorgung. Ein erster kombinierter Luftangriff fällt auf einen besonderen Tag für Moskau.
Es wird kälter, und Kiew rechnet erneut mit schweren russischen Attacken auf die ukrainische Energieversorgung. Ein erster kombinierter Luftangriff fällt auf einen besonderen Tag für Moskau.
Russland hat die Ukraine erstmals in diesem Herbst mit einem der gefürchteten kombinierten Angriffe mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen überzogen. Die Ukraine hatte danach viele Tote, Dutzende Verletzte und schwere Schäden zu beklagen.
Allein in der Stadt Pryluky wurden mindestens 9 Menschen getötet und 38 weitere verletzt, wie die Polizei des Gebiets Tschernihiw mitteilte. In der Stadt etwa 120 Kilometer östlich von Kiew sei ein fünfstöckiger Wohnblock getroffen worden. Unter den Trümmern würden noch Verschüttete vermutet.
Selenskyj: Angriff «Geburtstagsgeschenk für Putin»
Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den Angriff ein «Geburtstagsgeschenk für Putin». Kremlchef Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine befohlen hat, wurde am Mittwoch 74 Jahre alt. Das Datum fällt zusammen mit dem 20. Todestag der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja, die 2006 in Moskau ermordet wurde.
Hauptziel der russischen Angriffe sei die Energieinfrastruktur gewesen, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Die Ukraine befürchtet, dass Russland wie in den vergangenen Wintern darauf zielt, die Energieversorgung lahmzulegen. Das russische Militär sprach in Moskau von Angriffen auf Produktionsstätten des Raketen- und Drohnenbauers Fire Point in Kiew und anderen Städten.
Viele Explosionen in Kiew
Die ukrainische Hauptstadt war den Angaben zufolge ein Schwerpunkt des massiven Luftangriffs. In den frühen Morgenstunden waren viele Explosionen zu hören, wie das Portal «Kyiv Independent» berichtete. «Die Raketen schlagen eine nach der anderen ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens zehn bis zwölf Explosionen. In der Innenstadt ist es ziemlich laut», sagte ein Reporter.
Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete morgens von mindestens zwei Toten. Sie seien in den Trümmern von Garagen im östlichen Stadtteil Darnyzja gefunden worden. Zwei weitere Menschen seien dort lebend geborgen worden. Im Stadtbezirk Obolon seien Gebäude getroffen worden, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Im Bezirk Podil seien Lagerhallen getroffen wurden. Solche Angaben werden bewusst vage gehalten.
Selenskyj: 70 Raketen und Marschflugkörper abgefeuert
Nach Selenskyjs Angaben setzten die russischen Streitkräfte 70 ballistische Raketen und Marschflugkörper verschiedener Typen ein. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, 39 davon seien abgefangen worden. Auch die Industriestädte Dnipro, Krementschuk und Saporischschja wurden demnach massiv beschossen. Tote wurden auch aus der Stadt Olexandrija in der Zentralukraine gemeldet.
Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen eine Invasion der russischen Streitkräfte. Selenskyj sprach von Gegenangriffen auf russische Ölanlagen und andere Ziele in Perm, Samara und Astrachen. Er veröffentlichte auf X das Video eines Öltankers auf dem Schwarzen Meer vor Sotschi, der am Vortag in Brand geraten worden war.
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