Die Konfrontation zwischen Mitgliedern des protestantischen Oranier-Ordens und Gegendemonstranten in einem überwiegend katholischen Teil der nordirischen Stadt Portadown hält weiter an. Die umstrittene Parade, die erstmals seit den 1990er-Jahren von den Behörden erlaubt worden war, bleibt seit den Morgenstunden blockiert.
Trotz heftigen Regens haben Hunderte von Gegendemonstranten nach Angaben der BBC seit den frühen Morgenstunden die von den Behörden freigegebene Marschroute versperrt. Die Parade, bei der 35 Teilnehmer, aber keine Bands oder Unterstützer zugelassen waren, konnte deshalb nicht starten.
Politische Krise?
Unter den Protestierenden sollen auch hochrangige Mitglieder der in Irland und Nordirland für die Wiedervereinigung eintretenden Partei Sinn Féin, darunter auch die nordirische Regierungschefin, Michelle O'Neill, sein. Gavin Robinson, der Chef der pro-britischen Democratic Unionist Party (DUP) in Nordirland, übte heftige Kritik an der Teilnahme der Sinn Fein an der Demonstration. Die politischen Gegner Sinn Fein und DUP sind an der nordirischen Einheitsregierung beteiligt. Der britische Nordirlandminister Chris Bryant teilte mit, er werde früher als geplant nach Belfast zurückkehren, um mit Politikern beider Seiten zu sprechen.
Nordirische Regierungschefin: Parade ist unerwünscht
Die nordirische Regierungschefin O'Neill rief bei X zu «Ruhe auf allen Seiten» auf. Die Sinn Féin-Politikerin schrieb aber auch, sie unterstütze das Recht der Anwohner, «gegen diesen unerwünschten konfessionell geprägten Marsch» zu protestieren. «Dieser Marsch sollte nicht die Garvaghy Road hinuntergehen.»