Bereits sein Wahlkampf für die Vorwahl war von Vorwürfen früherer Partnerinnen überschattet worden. In den vergangenen Tagen kamen neue, schwerere Anschuldigungen hinzu. So sagte eine 41-jährige frühere Bekanntschaft dem Portal «Politico», Platner habe sich vor rund fünf Jahren Zugang zu ihrem Haus verschafft und gegen ihren Willen Sex mit ihr gehabt.
Platner sollte am Montag offiziell Kandidat werden
Wie schon die vorherigen Vorwürfe wies Platner auch die neuen Anschuldigungen vor einigen Tagen zurück, kündigte jedoch an, den weiteren Kurs abzuwägen. In der Zwischenzeit hatten sich große Teile seiner Partei bereits gegen ihn gewandt. Der Druck wurde besonders groß, weil Platner Montag offizieller Kandidat geworden wäre. Sein Rückzug öffnet nun die Chance für eine neue Nominierung.
Platner war zu einer der Schlüsselfiguren der Demokraten für die «Midterms» avanciert. Bei den Zwischenwahlen am 3. November wird rund ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. Wegen der aktuell knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darüber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat - und ob die Demokraten zentrale politische Vorhaben von Präsident Donald Trump künftig verhindern können. Eines der entscheidenden Rennen erwarten die Demokraten in Maine.
Platner war bereits zuvor wegen seines Umgangs mit Frauen in die Schlagzeilen geraten. Mehrere Ex-Partnerinnen warfen ihm laut der «New York Times» einschüchterndes und verstörendes Verhalten vor. Eine ehemalige Lebensgefährtin sprach auch von einer körperlichen Auseinandersetzung. Der Armee-Veteran Platner gab zu, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und Alkoholmissbrauch zu kämpfen zu haben, wies Vorwürfe der Einschüchterung oder körperlicher Übergriffe jedoch stets zurück.
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