SEK-Beamte waren am Donnerstagabend in Hagen im Einsatz.
Alex Talash/dpa
SEK-Beamte waren am Donnerstagabend in Hagen im Einsatz.
SEK-Einsatz in NRW

Mutmaßliche Anschlagspläne – zwei Verdächtige wieder frei

Nach einem Zugriff der Polizei in Hagen und Unna kamen drei Männer in polizeilichen Gewahrsam. Sie sollen sich über einen möglichen Anschlag ausgetauscht haben. Zwei sind wieder frei.

Nach der Ingewahrsamnahme von drei Männern in Hagen und Unna wegen mutmaßlichen Anschlagsplänen sind zwei bereits wieder auf freiem Fuß. Das bestätigte die Polizei auf dpa-Anfrage. Bei den freigelassenen Männern handelt es sich demnach um zwei Syrer (20, 24) aus Hagen. Die Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Westfalenpost». 

Der dritte Mann – ein zum Islam konvertierter Deutscher (33) – befand sich dagegen am Freitag weiterhin in Polizeigewahrsam. In seinem Fall habe die «Gefahrenprognose konkretisiert» werden können, so die Polizei.

Verdacht einer ideologischen Nähe zum IS

Laut Sicherheitskreisen besteht der Verdacht einer ideologischen Nähe zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hatte die Männer demnach bereits seit Anfang des Jahres im Visier. Zuletzt habe sich die Gefahr der Umsetzung von Anschlagsplänen immer mehr konkretisiert.

Laut den Sicherheitskreisen waren die drei immer intensiver überwacht worden, weil sie sich weiter radikalisiert hätten. Immer wieder hatten sie demnach auch Anschlagsgedanken und Planungen untereinander ausgetauscht.

Als die Pläne konkreter wurden, habe der Verfassungsschutz seine Erkenntnisse in eine sogenannte Fallkonferenz gegeben und die Polizei den präventiven Zugriff geplant, erfuhr die dpa aus Sicherheitskreisen.

Reul: «Diese Typen haben sich in Anschlagsfantasien verloren»

Ein Spezialeinsatzkommando hatte die drei Männer am Donnerstagabend in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der Ermittler wurden im Anschluss ihre Wohnungen durchsucht. Unter anderem seien Unterlagen und Datenträger beschlagnahmt worden, hieß es. Die Auswertung dauerte zunächst noch an. «Gegen alle drei Personen liegen kriminalpolizeiliche Erkenntnisse vor», teilten die Ermittler weiter mit.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen darf in einem Terror-Verdachtsfall Personen präventiv bis zu 14 Tage in Gewahrsam nehmen, wenn ein Richter das entscheidet. Erhärtet sich der Verdacht nicht, muss der Gewahrsam aufgehoben werden.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Freitag: «Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz und die NRW-Polizei haben gestern gezeigt, wie gut unsere Sicherheitsarchitektur funktioniert, wenn alle Rädchen ineinandergreifen. Diese Typen haben sich in Anschlagsfantasien verloren und glaubten, unsichtbar zu sein. Aber: Unser Verfassungsschutz sieht mehr, als ihnen lieb ist, und unsere Polizei schlägt zu, bevor sie es tun.»

© dpa-infocom, dpa:261002-930-778595/5
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

RAY DALTON mit GO THAT HIGH

RADIO REGENBOGEN

RADIO REGENBOGEN


Es läuft:
RAY DALTON mit GO THAT HIGH