Hubert Aiwanger wurde in seinem Hotelzimmer in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße entdeckt.
Fabian Sommer/dpa
Hubert Aiwanger wurde in seinem Hotelzimmer in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße entdeckt.
Regierung in Bayern

Plötzlicher Tod im Hotel - Aiwangers Leiche wird obduziert

Nach dem Tod von Hubert Aiwanger untersuchen Experten der Spurensicherung nachts sein Hotelzimmer. Die Staatsanwaltschaft betont: Es geht nicht um strafrechtliche Ermittlungen. Was ist bisher bekannt?

Eine Obduktion soll nach dem unerwarteten Tod des bayerischen Vize-Regierungschefs Hubert Aiwanger in Berlin nun Klarheit über die Todesursache bringen. Ob das Ergebnis bereits am Donnerstag vorliegen werde, sei aber unklar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt.

Der 55 Jahre alte Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler war am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros seiner Partei eine Rede halten konnte.

Der plötzliche Tod des streitbaren Politikers löste über alle Parteigrenzen und über den Freistaat hinaus Bestürzung und Fassungslosigkeit aus.

Im Prinz-Carl-Palais in München soll von Freitag an ein Kondolenzbuch ausliegen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ordnete Trauerbeflaggung an staatlichen Dienstgebäuden in Bayern an. 

Der Niederbayer Aiwanger hinterlässt seine Partnerin Tanja Schweiger (Freie Wähler). Mit der Landrätin des Landkreises Regensburg hat er zwei Kinder. 

Spurensicherung noch nachts im Hotel

Die Berliner Staatsanwaltschaft und die Polizei führen seit Mittwoch ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, um die Todesursache zu klären. Es handele sich nicht um strafrechtliche Ermittlungen, betonte die Staatsanwaltschaft seit Mittwochabend.

Daraus kann man schlussfolgern, dass zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen bei der Polizei vorlagen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu aber nicht konkret äußern, sondern verwies auf die laufenden Untersuchungen.

Eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) war nach dem Fund der Leiche mit Experten der Spurensicherung in dem Hotel unterwegs, die Gerichtsmedizin wurde gerufen. Die Mordkommission ermittelte allerdings wegen der Bedeutung des Falls - und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.

Wer fand den Minister?

Wer Aiwanger gefunden hat, ist derzeit nicht öffentlich bekannt. Der Wirtschaftsminister des Freistaats war in Berlin unter anderem von Beamten des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) begleitet worden, wie ein LKA-Sprecher mitteilte. Zur Auffindesituation Aiwangers konnte der Sprecher allerdings nichts sagen.

Der 55-Jährige war nach der Absage seines Termins später nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich am Abend leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstraße entdeckt worden.

«Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden», hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Abend gesagt.

Trauer bundesweit

Deutschlandweit meldeten sich am Mittwochabend und auch am Donnerstag Politiker unterschiedlicher Parteien zu Wort und drückten ihr Entsetzen über den plötzlichen Tod Aiwangers aus. CSU-Chef Söder (CSU), der mit den Freien Wählern in einer Regierungskoalition in Bayern zusammenarbeitet, sagte in Nürnberg, er wolle daran festhalten: «in seinem Sinne, in unserem Sinne». 

Aiwanger sei eine prägende Figur der bayerischen Politik gewesen. «Ich bin echt schockiert und auch getroffen», sagte Söder. Der Tod des bayerischen Wirtschaftsministers sei ein Schock und reiße eine tiefe Lücke in die bayerische Politik und in die Herzen vieler Menschen. «Es tut mir ehrlich gesagt von Herzen leid», sagte Söder. Ähnlich äußerten sich Politiker aus Bayern und anderen Bundesländern sowie Stimmen aus der Wirtschaft. 

Auch in Aiwangers Heimat Niederbayern reagierten die Menschen fassungslos auf die Todesnachricht. «Wir verlieren einen großen Rottenburger mit ihm», sagte Laurentius Seidl (CSU), Bürgermeister von Rottenburg an der Laaber (Landkreis Landshut), wo Aiwanger aufwuchs.

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