Ukraine-Krieg: Putin beginnt Gespräche mit US-Unterhändlern
Kremlchef Putin lässt die US-Gesandten Witkoff und Kushner fast den ganzen Tag warten in Moskau. Nun gibt es neue Gespräche, die zuerst der ukrainische Präsident Selenskyj angekündigt hat.
Kremlchef Putin lässt die US-Gesandten Witkoff und Kushner fast den ganzen Tag warten in Moskau. Nun gibt es neue Gespräche, die zuerst der ukrainische Präsident Selenskyj angekündigt hat.
In Moskau haben am Abend die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum Ukraine-Krieg zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner begonnen. Putin empfing die beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump im Kreml, wie im Staatsfernsehen und auf Fotos zu sehen war. Putin, der den Angriffskrieg vor mehr als viereinhalb Jahren begonnen hatte, sagte, dass es um nicht einfache Gespräche gehe und er die Lage im Krieg aus seiner Sicht erläutern werde. Er übermittelte auch Trump die besten Wünsche und lobte, dass der US-Präsident sich für die Beendigung des Krieges in der Ukraine einsetze.
Putin spricht von komfortabler Zusammenarbeit
Putin erklärte, dass Witkoff und Kushner inzwischen das Vertrauen der russischen Seite hätten. «Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel», sagte der Präsident. Witkoff wiederum zeigte sich dankbar, «dass Sie uns heute hier empfangen». Die Treffen mit Putin gehörten für ihn zu den erinnerungswürdigsten überhaupt.
Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte die zunächst vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angekündigte Wiederaufnahme von Verhandlungen erst nach Ankunft von Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner in Moskau bestätigt. Demnach haben die US-Unterhändler neue Vorschläge im Gepäck. Peskow nannte keine Details. Der Kreml will im Anschluss an die Gespräche die Öffentlichkeit informieren.
Dreitägige Waffenruhe soll Besuch in Kiew ermöglichen
Putin hat eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Sie soll gewährleisten, dass Witkoff und Kushner, die bereits mehrfach in Russland zu Gesprächen waren, erstmals überhaupt auch Kiew besuchen können. Putin sagte, dass Russland alles für ihre sichere Reise tue.
Der Kremlchef hatte die beiden den ganzen Tag warten lassen. Er nahm eine neue Metro-Linie in Moskau und einen neuen riesigen Ölterminal samt Pipeline in Sibirien per Videoschalte in Betrieb, zudem traf er vor der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September auch Spitzenkandidaten der Kremlpartei Geeintes Russland.
Selenskyj bekräftigte indes, dass er die beiden Gesandten Trumps an diesem Sonntag in Kiew erwarte. Der ukrainische Präsident bestätigte seine früheren Angaben, nach denen die dreitägige Waffenruhe aus ukrainischer Sicht bereits in Kraft sei. Er hoffe, dass sich auch Putin an seine eigene Ankündigung der Waffenruhe halte.
Die bisherigen Gespräche zwischen Putin und Trumps Gesandten führten auch zu direkten Verhandlungen zwischen Russen und Ukrainern. Sie gerieten allerdings erst ins Stocken und wurden dann gestoppt, weil Witkoff und Kushner in den vergangenen Monaten vorwiegend mit Trumps Krieg gegen den Iran beschäftigt waren. Da Russland den Iran unterstützt in dem Konflikt, spekulierten kremlnahe Experten, ob Witkoff und Kushner womöglich auch das Thema Iran ansprechen.
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