Der FC Augsburg bejubelte in Frankfurt den zweiten Saisonsieg.
Florian Wiegand/dpa
Der FC Augsburg bejubelte in Frankfurt den zweiten Saisonsieg.
Bundesliga

4:1 nach 0:1 - Augsburg erobert in Frankfurt Tabellenführung

Eintracht Frankfurt legt gegen den FC Augsburg eine Halbzeit lang einen dominanten Auftritt hin. Dann schlägt der FCA zurück. Die Augsburger sind nun sogar Spitzenreiter.

Mit gnadenloser Effizienz hat der FC Augsburg Rückkehrer Adi Hütter das Heim-Comeback als Trainer von Eintracht Frankfurt gründlich verdorben und damit die Tabellenführung erobert. Nach erheblichen Startproblemen kamen die bayerischen Schwaben bei den Hessen zu einem 4:1 (0:1) und machten mit dem zweiten Sieg ihren Saison-Traumstart in der Fußball-Bundesliga perfekt. Der FCA ist damit erstmals in der Vereinsgeschichte nach einem Spieltag Spitzenreiter im Oberhaus.

«Ich glaube, für einen Großteil der Truppe ist es auf jeden Fall das erste Mal und schon was Besonderes, auch wenn es nur der zweite Spieltag ist. Und uns ist bewusst, dass es jetzt nicht die ganze Saison so bleiben wird. Es ist einfach toll», sagte Augsburgs Torwart Finn Dahmen beim Streamingdienst DAZN.

Eintracht wartet auf ersten Liga-Sieg in dieser Saison

Unter den Augen von DFB-Sportdirektor Rudi Völler brachte Jonathan Burkardt (6. Minute) die Hausherren vor 59.100 Zuschauern zwar früh in Führung. Arijon Ibrahimovic (46.), Robin Fellhauer (47.) nach einem bösen Patzer von Eintracht-Torwart Noah Atubolu, Alexis Claude-Maurice (65.) sowie Fabian Rieder (89.) drehten aber nach der Pause die Partie.

Während der FCA nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten ganz oben steht, findet sich die Eintracht mit nur einem Zähler in der unteren Tabellenhälfte wieder. Dabei sahen die Frankfurter in einer dominanten ersten Halbzeit wie der sichere Sieger aus. Der Augsburger Doppelschlag kurz nach der Pause innerhalb von nur 60 Sekunden warf die Hessen dann aber aus der Bahn.

«In der zweiten Halbzeit waren wir auch nicht kompakt, wir waren sehr weit auseinander», sagte Burkardt. «Es war dann einfach viel zu wenig. Das tut enorm weh heute hier im ersten Heimspiel», haderte der Torschütze.

Frankfurter Blitzstart

Eintracht-Trainer Hütter hatte sich riesig auf die Rückkehr in sein «Wohnzimmer» nach fünf Jahren gefreut. Der Österreicher veränderte seine Startelf gegenüber dem Auftakt-3:3 beim 1. FC Union Berlin auf drei Positionen. Neuzugang Lilian Brassier rückte in die Innenverteidigung, Mario Götze ins defensive Mittelfeld und Ritsu Doan auf den rechten Flügel. 

Bei den Augsburgern musste Anton Kade, der beim 3:0-Startsieg gegen Schalke 04 mit einem Tor und einer Vorlage geglänzt hatte, wegen muskulärer Probleme passen. Für ihn durfte Bayern-Leihgabe Ibrahimovic von Beginn an ran.

Die Eintracht begann schwungvoll und nutzte gleich die erste Chance zur Führung. Younes Ebnoutalib flankte von links auf den langen Pfosten, wo Burkardt höher stieg als FCA-Verteidiger Hennes Behrens und aus etwa fünf Metern per Kopf traf. 

Eintracht vor der Pause dominant, aber ohne weiteren Treffer

Der Treffer beflügelte die Hessen zusätzlich. Wenige Minuten später hätte Can Uzun erhöhen können, doch der Offensivmann scheiterte frei vor Finn Dahmen am stark reagierenden Gäste-Torwart. Kurz darauf forderten die Frankfurter nach einem Strafraum-Zweikampf von Ebnoutalib Elfmeter, doch Schiedsrichter Daniel Schlager ließ zu Recht weiterspielen.

Augsburg stand auch in der Folge permanent unter Druck und konnte sich offensiv zunächst überhaupt nicht in Szene setzen. Frankfurt hatte die Partie fest im Griff, konnte die Überlegenheit aber nicht in weitere Tore ummünzen, weil FCA-Schlussmann Dahmen bei Schüssen von Raphael Onyedika und Elias Baum auf dem Posten war. 

Kurz vor der Pause vergab dann Ebnoutalib zweimal die Chance zum 2:0. Erst scheiterte der Stürmer mit einem Heber an Dahmen, dann verfehlte er aus spitzem Winkel knapp das Tor.

Augsburg schlägt zurück - und wie

Und wie so oft im Fußball rächte sich der Chancen-Wucher. Nur 30 Sekunden nach Wiederbeginn traf Ibrahimovic per Kopf zum Ausgleich. Die Frankfurter waren noch dabei, sich von dem Schock zu erholen, da lag der Ball schon wieder im Netz. 

Atubolu ließ einen harmlosen Schuss von Ibrahimovic aus den Fingern gleiten, Fellhauer staubte aus Nahdistanz ab. Als auch noch der eingewechselte Claude-Maurice mit einem platzierten Schuss ins Eck traf, war die Partie entschieden. Rieder erzielte dann mit einem traumhaften Freistoß-Tor den Endstand.

Von Eric Dobias, dpa
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