Der 39-Jährige warnt: «Es passiert immer was im Pokal.» Wie letzte Saison, als Kapitän Manuel Neuer im Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen früh Rot sah, die Bayern in Unterzahl 0:1 verloren und frühzeitig daheim ausschieden.
Bayerns «Nachholbedarf» im Pokal
Der Hunger, eine gefühlte Ewigkeit nach dem letzten Pokalgewinn 2020 endlich wieder ins Finale nach Berlin zu kommen, ist beim Rekordsieger nach den Cup-Flops der jüngeren Vergangenheit extrem groß. «Jetzt geht es ums Ganze», sagte Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen. «Wir sind sechs Jahre nicht in Berlin gewesen. Davor achtmal in zehn Jahren. Da haben wir Nachholbedarf.»
Auch Kompany spürt das. «Wir wollen diesen Titel gewinnen», sagte er. Er will darum auch «keine zu große Hierarchie» bei der Bedeutung von Champions League, Bundesliga und Pokal machen. Kompany möchte vielmehr die Zuschauer belohnen, die sich auch vom Streik nicht aufhalten lassen wollen: «Ich hoffe, dass die Leistung dann auch da ist für unsere Fans, die sich die Mühe machen, um zum Stadion zu kommen.»
111 Bayern-Tore in 32 Spielen
Natürlich ist sein Team der Favorit auf den Halbfinaleinzug, noch dazu im eigenen Stadion. Die Bayern sind «sehr, sehr heiß darauf», die vorletzte Hürde auf dem Weg nach Berlin zu nehmen, wie Nationalspieler Aleksandar Pavlovic sagte: «Ich kann nicht in Worte fassen, wie viel Bock ich auf das Spiel habe.»
Auch wenn die Bayern gerade nicht im Super-Flow der Hinrunde auftreten, sind sie mit ihrer Super-Offensive um Torjäger Harry Kane, Top-Vorbereiter Michael Olise und Wirbelwind Luis Díaz, den Kompany am Dienstag «eine Maschine mit einer Riesenenergie» nannte, kaum aufzuhalten. Auf 111 kommen sie nach 32 Partien in Liga, Pokal und Königsklasse. Und jetzt gehe es erst richtig los, tönte Kane: «Jetzt beginnt die eigentliche Saison. Und wir sind überall in einer guten Position.»
Werners mutige Ansage
Und Leipzig? Können die Sachsen Bayerns Offensiv-Express stoppen? «Keiner rechnet damit, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Wir tun es schon», sagte Trainer Ole Werner kämpferisch. Und mutig will er auch seine Spieler in der Allianz Arena erleben. Man habe aus dem 0:6 und 1:5 Lehren gezogen. Die wichtigste lautet: kein offener Schlagabtausch mit den Bayern. «Du musst bei deiner Spielidee bleiben, selbst wenn du in Rückstand gerätst», sagte Werner.
Im Tor wird Pokal-Keeper Maarten Vandevoordt stehen. Beim 1:5 vor wenigen Wochen hatte Werners Mannschaft die Bayern zeitweise dominiert, bevor das Unheil über sie hereinbrach. Auch Leipzigs Trumpf ist der Angriff. Kompany benannte «das Offensiv-Trio» mit pfeilschnellen Flügelspielern «als Stärke».