Duell um den Gesamtweltcup: Emma Aicher (l) und Mikaela Shiffrin
Marco Trovati/AP/dpa
Duell um den Gesamtweltcup: Emma Aicher (l) und Mikaela Shiffrin
Ski alpin

Aicher hält Druck hoch: Entscheidung erst im Weltcup-Finale

Vier Rennen, 140 Punkte Rückstand und ein mögliches Taktikspiel: Kann Emma Aicher die Favoritin Mikaela Shiffrin noch abfangen?

Spürbar erleichtert stieß US-Skistar Mikaela Shiffrin nach ihrem achten Slalom-Saisonsieg einen Freudenschrei aus. Emma Aicher applaudierte ihrer härtesten Konkurrentin um die große Kristallkugel anerkennend. Im Kampf um den Gesamtweltcup hat Shiffrin den Vorsprung auf ihre Verfolgerin wieder etwas ausgebaut und liegt vor der letzten Weltcup-Station dieses Winters 140 Zähler vor der deutschen Ausnahmefahrerin. 

Mit den Plätzen vier im Riesenslalom am Samstag und zwei im abschließenden Slalom hält Aicher den Druck jedoch hoch. Die 22-Jährige fuhr die jeweils besten Weltcup-Resultate ihrer Karriere in beiden Disziplinen ein. Die Entscheidung um den Gesamtweltcup fällt somit erst im norwegischen Lillehammer.

Shiffrin sei jedoch «weit voraus», sagte Aicher im ORF. «Es ist sehr, sehr schwer. Ich werde mich einfach auf mich konzentrieren, dann sieht man, was herauskommt. Ich glaube, ich kann mit meinem Skifahren in allen vier Disziplinen über die Saison hinweg zufrieden sein.»

Vier Rennen stehen noch aus

Technik-Spezialistin Shiffrin hatte in Are am Sonntag 0,94 Sekunden Vorsprung und zeigte eine weitere Machtdemonstration. Angesichts der noch vier ausstehenden Rennen dürfte die 31-Jährige aufgrund des nicht allzu komfortablen Polsters zumindest über Starts in den Speeddisziplinen nachdenken. «Es ist bis zu den letzten Rennen ein wirklich spannender Kampf», sagte die dreimalige Olympia-Goldmedaillengewinnerin.

Maximal sind noch 400 Punkte zu holen: Abfahrt (Samstag) und Super-G (Sonntag) am kommenden Wochenende sowie Slalom und Riesenslalom am 24. und 25. März. Sollte Shiffrin Abfahrt und Super-G jedoch auslassen, hätte Allrounderin Aicher zwei zusätzliche Chancen, den Rückstand noch aufzuholen. Die Deutsche hat in diesem Winter mehrfach gezeigt, dass sie in allen Disziplinen konkurrenzfähig ist.

«Es gibt noch einiges zu tun», sagte Shiffrin. «Wie man sehen kann, fährt Emma in jeder Disziplin einfach unglaublich gut. Sie hat sich diesen Kampf verdient, denn es ist einfach unglaublich zu sehen, dass sie in allen Disziplinen gut dabei ist - da ist sie eigentlich die Einzige. Aber ich werde kämpfen.»

Erst drei deutsche Gesamtweltcup-Siegerinnen

Die 22-Jährige könnte nach Maria Höfl-Riesch, Katja Seizinger (1995/96 und 1997/98) und Rosi Mittermaier (1975/76) die vierte deutsche Gesamtweltcupsiegerin werden. Zuletzt gewann Höfl-Riesch 2010/11 die große Kristallkugel. Die heute 41-Jährige hatte wie Aicher keine echte Paradedisziplin.

Angesichts ihrer Bilanz von neun Podestplätzen und darunter drei Siegen geht Aicher zumindest äußerlich gelassen in das Saisonfinale. «Dass ich hier stehen kann, und sagen kann, dass ich im Kampf dabei bin, das ist schon riesig für mich», sagte sie. «Vor einem Jahr war ich ja noch nirgends im Vergleich. Ich bin schon sehr stolz, dass das so ist.»

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