Am auffälligsten war im Weserstadion aber der Mann, der beinahe gar nicht mehr dabei gewesen wäre: der 31-jährige Goretzka, Bayern-Spieler schon seit 2018, aber nur noch bis zum Ende dieser Saison.
Der deutsche Nationalspieler schoss in Bremen das 3:0 (70. Minute) und feierte dies mit einem Vogel-Jubel. Der Kollege Josip Stanisic, mit dem diese kuriose Aktion vorher abgesprochen war, tanzte vor der Ersatzbank mit.
Der vergangene Januar war für Goretzka noch etwas weniger spaßig verlaufen. Da teilten die Münchner ihm zunächst mit, dass sie den im Sommer auslaufenden und mit einem zweistelligen Millionengehalt dotierten Vertrag nicht verlängern werden. Daraufhin sprach der Spieler mit Atlético Madrid über einen sofortigen Wechsel. Bei Tottenham Hotspur, FC Arsenal und AC Mailand beobachtete man die Entwicklung ebenfalls aufmerksam.
Goretzka-Ziel noch unklar
Dass Goretzka erst im Sommer gehen wird und nicht schon weg ist, hat viel mit seinem Glauben an das aktuelle Bayern-Team zu tun. «Wo ich hingehe, weiß ich noch nicht», sagte er. «Aber nach einem Gespräch mit dem Trainer hatte ich das Gefühl, dass mein Weg hier noch nicht zu Ende ist und dass wir dieses Jahr noch viel gewinnen können.»
Das enge Verhältnis zu Kompany hat Goretzka über einige Enttäuschungen der vergangenen zwei Jahre getragen. Schon als der Trainer im Sommer 2024 nach München kam, wollte der Club seinen Großverdiener gern loswerden. «Leon hat sich in eine ganz wichtige Rolle gekämpft in der letzten Saison – das war eine schöne Geschichte für den Kader», sagte Kompany am Samstag. «Und er hat auch in dieser Saison immer eine sehr gute Präsenz auf dem Platz und in der Kabine.»
Die Bayern können mit dieser Situation gut leben. Wenn sie sich in der entscheidenden Phase der Saison ihre Kräfte einteilen wollen, kommen von der Bank eben Nationalspieler wie Jamal Musiala, Minjae Kim oder Goretzka. Der Rivale Dortmund hat da deutlich weniger Auswahl.
«Wir sind sehr dankbar», sagte auch Sportvorstand Max Eberl über Goretzkas Verbleib. «Er hat nicht lamentiert, nicht rumgenörgelt – gar nichts. Ich glaube, er möchte seine großartige Zeit bei Bayern noch krönen!»
Von Sebastian Stiekel, dpa
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