Dank Baumgartner: Leipzig entgeht Pokal-Blamage in Essen
Ein früher Rückstand und ein Platzverweis bringen Leipzig im Pokal gegen Drittligist Essen in Bedrängnis. Am Ende sorgt ein Joker aber doch noch fürs Weiterkommen des Favoriten.
Ein früher Rückstand und ein Platzverweis bringen Leipzig im Pokal gegen Drittligist Essen in Bedrängnis. Am Ende sorgt ein Joker aber doch noch fürs Weiterkommen des Favoriten.
Mit zwei späten Toren von Joker Christoph Baumgartner hat Fußball-Bundesligist RB Leipzig seine Pflichtaufgabe im DFB-Pokal doch noch gelöst und das Achtelfinale erreicht. Bei Drittligist Rot-Weiss Essen setzte sich die lange in Unterzahl agierende Mannschaft von Trainer Martín Demichelis knapp mit 2:1 (0:1) durch.
Vor 17.467 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße hatte Lucas Brumme (9. Minute) den lange stark aufspielenden Außenseiter früh in Führung gebracht. Baumgartner (78. und 82.) drehte die Partie zugunsten des klaren Favoriten.
Vor der Partie hatte ein Vorfall für Aufsehen gesorgt: Unbekannte hatten den Zugang zum Gästebereich über Nacht einbetoniert und mit Anti-RB-Botschaften versehen. Mitarbeiter konnten die Blockade am Morgen entfernen. Im Stadion zeigte die Essener Fanszene auf der Westtribüne ihre Abneigung gegen RB mit Pfiffen und einem Banner mit der Aufschrift «Purer Hass auf Bullenschweine!», auf dem «R» und «B» rot und blau hervorgehoben waren.
Aushilfsstürmer trifft zum 1:0 für den Außenseiter
Die offensiv von mehreren Ausfällen geplagten Essener starteten mutig gegen den Champions-League-Teilnehmer. Nach nicht einmal zehn Minuten profitierte dann Aushilfsstürmer Brumme von einem Ausrutscher: Nach einem zu kurzen Rückpass von Castello Lukeba rutschte Keeper Ørjan Nyland weg. Brumme umkurvte den für Stammkeeper Maarten Vandevoordt erneut zwischen den Pfosten stehenden Schlussmann und schob zum 1:0 für den Underdog ein.
Nach fünf Auswärtspleiten in Serie - den letzten Sieg in der Fremde hatte RB in der ersten Pokalrunde beim 6:0 in Trier gefeiert - tat sich der Favorit schwer. RWE verpasste gar das 2:0, als ein Freistoß von Brumme knapp am Außennetz vorbeistrich (25.). Während die rund 500 mitgereisten Gästefans in der ersten Halbzeit keinen einzigen Leipziger Torschuss sahen, flog kurz vor der Pause Nicolas Seiwald (44.) nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Platz.
Leipzig erhöht in Unterzahl den Druck
In Unterzahl und mit zwei frischen Kräften entwickelte Leipzig nach dem Seitenwechsel mehr Offensivdruck. Eine erste gute Chance blieb ungenutzt, weil Tidiam Gomis nach einem Essener Ballverlust seinen Mitspieler Rômulo abschoss (55.). Wenig später war RWE-Keeper Jakob Golz bei einem Flachschuss von Gomis zur Stelle (59.). Baumgartner köpfte kurz nach seiner Einwechslung knapp über das Tor (63.).
Im strömenden Regen legten die RWE-Anhänger auf den Rängen nach, während die Mannschaft von Coach Uwe Koschniat auf dem Platz nur noch schwer für Entlastung sorgen konnte. Joker Baumgartner schob schließlich (78.) nach einer Hereingabe vom ebenfalls eingewechselten Antonio Nusa zum 1:1 ein. Fünf Minuten später drehte der Österreicher die Partie mit einem Kopfball zum 2:1 und besiegelte das Ende der Auswärtspleiten und den Einzug ins Achtelfinale.
Jana Glose, dpa
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