Das erste Sechzehntelfinale der WM-Geschichte war fußballerisch kein Leckerbissen.
Mark J. Terrill/AP/dpa
Das erste Sechzehntelfinale der WM-Geschichte war fußballerisch kein Leckerbissen.
Sieg gegen Südafrika

Kanada erreicht WM-Achtelfinale bei Davies-Comeback

Erstmals hat Kanada die Gruppenphase einer Fußball-WM überstanden - und steht nun sogar im Achtelfinale. Alphonso Davies gibt sein Comeback, Südafrika enttäuscht.

Kanada um Rückkehrer Alphonso Davies hat erstmals in seiner Geschichte das Achtelfinale einer Fußball-WM erreicht. Gegen Südafrika gewann das Team um den Bayern-Star im ersten Sechzehntelfinale der WM-Geschichte 1:0 (0:0). Stephen Eustaquio erzielte in der Nachspielzeit das erlösende Tor und verhinderte eine Verlängerung (90.+2). 

Davies wurde im Los-Angeles-Stadion in der 75. Minute eingewechselt und spielte damit erstmals seit März 2025 wieder für Kanada. Damals hatte er sich im gleichen Stadion das Kreuzband gerissen. Der Jubel der kanadischen Fans unter den 69.237 Zuschauern war entsprechend groß.

Nach dem Erfolg im ersten Auswärtsspiel für einen WM-Co-Gastgeber - Kanada hatte alle Gruppenpartien in Toronto und Vancouver ausgetragen - trifft das Team von Ex-Bundesliga-Trainer Jesse Marsch im Achtelfinale am 4. Juli in Houston entweder auf die Niederlande oder Marokko. Südafrika verabschiedet sich von der XXL-WM mit dem besten Abschneiden seiner Geschichte. Noch nie hatte das Land die Gruppenphase überstanden. 

Schwaches Niveau führt zu Buh-Rufen von den Rängen

Fußballerisch war das erste Sechzehntelfinale des Turniers kein Leckerbissen. Kanada war in der ersten Halbzeit auch ohne Davies das spielbestimmende Team, konnte aus den wenigen Chancen aber nichts machen. Die besten vergaben Derek Cornelius, Moïse Bombito und Tajon Buchanan. 

Cornelius scheiterte nach einem Freistoß in der 22. Minute mit seinem schwachen Kopfball freistehend an Südafrikas Torwart Ronwen Williams. Der als einer von vier neuen in die Startelf gerückte Bombito überwand Williams dann nach einer Ecke zwar, der Ball wurde aber noch vor der Linie geklärt. Im Nachsetzen vergab Buchanan (44.).

Südafrika war in Ballbesitz dagegen so ideenlos und vorsichtig, dass die Zuschauer in Südkalifornien schon früh die Geduld verloren und das Team auspfiffen. Zum Überstehen der Gruppenphase hatten Südafrika zwei Tore gereicht, gegen Kanada strahlte die Bafana Bafana lange gar keine Torgefahr aus. 

Jedes Mal, wenn es in die Nähe des kanadischen Strafraums ging, verzettelten sich Südafrikas Spieler und verpassten den Moment zum Abschluss. Bis zum ersten gefährlichen Torschuss dauerte es 62 Minuten. Oswin Appollis verzog jedoch aus etwa 18 Metern.

Davies sorgt nach Einwechslung sofort für Schwung

Die besseren Chancen hatte weiter Kanada. In der 65. Minute lief Tani Oluwaseyi auf Williams zu, den abgewehrten Ball klärte Mbekezeli Mbokazi in letzter Sekunde vor dem heranstürmenden Jonathan David. Kurz nach der Einwechslung von Davies hatten die Kanadier die nächste Gelegenheit, der Schuss von Promise David nach Vorarbeit des Bayern-Profis strich aber am Tor vorbei (76.). 

Als alles schon auf eine Verlängerung hindeutete, erlöste Eustaquio die Kanadier mit einem platzierten Flachschuss ins Eck. Für den 29-Jährigen war es praktisch ein Heimspiel, spielt er doch für Los Angeles FC in der Major League Soccer.

Von Maximilian Haupt und Eric Dobias, dpa
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