Die Beziehung der beiden Top-Fahrer sorgt für großes Interesse vor dem Start der Tour. Zuletzt widmete ihr Team genau diesem Thema sogar einen längeren Beitrag auf der Website. Dort heißt es, dass beide trotz ihrer Gegensätze zusammen funktionieren.
Wie sieht es der Boss? Red-Bull-Teamchef Ralph Denk versicherte zuletzt in einer Medienrunde, dass die Teamleitung mit beiden sehr offen über die Pläne gesprochen habe. «Ich bin überzeugt, dass das sehr gut funktioniert und dass man da gar nicht so viel korrigieren muss. Nach wie vor ist Remco schon der Frontmann und Florian so ein bisschen der Wingman», sagte der 54-Jährige.
Evenepoel soll auch medial die Aufmerksamkeit auf sich ziehen - weg vom eher öffentlichkeitsscheuen Lipowitz. Seine Debüt-Tour brachte ihm ein ungewohntes Interesse an seiner Person ein. «Dieses Jahr war speziell, weil ich nach der Tour einen leichten Durchhänger hatte. Mir ging es nicht ganz so gut, vor allem weil auch für mich der ganze Trubel ein bisschen too much war», sagte er.
Lipowitz jubelt in Slowenien
Lipowitz' Ziel danach: nicht zu viel Druck machen. Das Frühjahr lief toll für den in Laichingen geborenen Senkrechtstarter: Dritter bei der Katalonien-Rundfahrt, jeweils Zweiter im Baskenland und bei der Tour de Romandie.
Katalonien habe ihm gezeigt, dass Selbstvertrauen und Leistungsfähigkeit zurück waren. Zuletzt absolvierte der in Tirol lebende Profi zwei Wochen Höhentrainingslager. Und er bejubelte den Gesamtsieg bei der Slowenien-Rundfahrt, die allerdings nicht besonders prominent besetzt war. Das Team schickte ihn bewusst nach Slowenien, damit er sich fernab der großen Medien und mit aussichtsreichen Siegchancen in Ruhe auf die Tour vorbereiten konnte.
«Podium wird dieses Jahr super hart»
Seine größten Konkurrenten fehlten allesamt. Neben den Top-Stars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard hat Lipowitz im französischen Supertalent Paul Seixas einen direkten Konkurrenten dazubekommen.
«Das Podium wird dieses Jahr super hart», sagte Lipowitz. «Jonas und Pogacar fahren definitiv noch auf einem anderen Level.» Als er sich mit den beiden in den Vorbereitungsrennen duellierte, habe er gemerkt: Beide seien noch ein, zwei Schritte voraus. Dennoch zeigte Lipowitz bei der Romandie, dass er mithält. Er attackierte Pogacar und lag später nur 42 Sekunden hinter dem slowenischen Ausnahmeathleten, der seinen fünften Tour-Erfolg anpeilt.
Im Gegensatz zu Pogacar wird Lipowitz in der Öffentlichkeit noch nicht ständig erkannt. Und das gefällt ihm. «Auf dem Rad kommt man nicht mehr drumherum, dass man hin und wieder erkannt wird», sagte er. Aber «ich kann noch durch die Stadt laufen, ohne groß erkannt zu werden, was ich auch ganz genieße», sagte er mit einem Schmunzeln.
Felix Schröder und David Langenbein, dpa
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