Muss nach drei Spieltagen in der neuen Saison bei Borussia Mönchengladbach gehen: Eugen Polanski. (Archivbild)
David Inderlied/dpa
Muss nach drei Spieltagen in der neuen Saison bei Borussia Mönchengladbach gehen: Eugen Polanski. (Archivbild)
Fußball-Bundesliga

Offiziell: Gladbach trennt sich von Trainer Polanski

Der erste Trainerwechsel der Bundesliga-Saison ist vollzogen. Wie im Vorjahr trennt sich Borussia Mönchengladbach nach nur drei Spielen vom Cheftrainer. Die Borussia bestätigt damit Medienberichte.

Nur rund eine Stunde nach dem ersten Medienbericht hat Borussia Mönchengladbach die Trennung von Eugen Polanski offiziell bestätigt. Der 40-Jährige ist nach nur drei Spieltagen der neuen Saison nicht mehr Trainer des Fußball-Bundesligisten. Das teilte der nach drei Partien noch punktlose Club einen Tag nach der 0:5-Niederlage beim SC Freiburg mit.

«Trotz einer guten Vorbereitung und positiver Ansätze ist es der Mannschaft in der Bundesliga nicht gelungen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen», sagte Sportchef Rouven Schröder. Mit Polanski muss auch Co-Trainer Tobias Trulsen gehen. «Die zuletzt gezeigten Leistungen haben zu der Entscheidung geführt, Eugen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden. Eugen ist Borusse durch und durch», so Schröder. 

Polanski: «Tut wahnsinnig weh» 

Polanski selbst bedankte sich für die gemeinsame Zeit und zeigte sich zugleich enttäuscht: «Borussia Mönchengladbach war und bleibt mein Verein. Deshalb tut es so wahnsinnig weh, dass es nun so gekommen ist. Nach dem gelungenen Klassenerhalt haben wir zu dieser Saison einiges verändert», sagte er. «Wir hatten uns viel vorgenommen, haben es aber nicht umgesetzt bekommen. Das tut mir leid. Ich hoffe sehr, dass die Borussia ganz schnell die Kurve kriegt.»

Zunächst übernimmt Co-Trainer Jan-Moritz Lichte den Trainerjob interimsweise und wird damit wohl auch am kommenden Samstag gegen den FSV Mainz 05 auf der Bank sitzen. Dabei wird er von Markus Gellhaus und dem Trainerteam unterstützt. Der 46 Jahre alte Lichte war im Sommer aus dem Nachwuchs von Manchester City an den Niederrhein gekommen und hatte zunächst als Co-Trainer mit dem Fokus auf Entwicklung gearbeitet. 

Déjà-vu bei Borussia: Wieder Trainerwechsel nach drei Spieltagen

Der Schritt erinnert frappierend an die Vorsaison, als sich die Gladbacher ebenfalls nach drei Spielen von Coach Gerardo Seoane getrennt hatten. Vor fast genau einem Jahr hatte der 40 Jahre alte Polanski, der vorherige Trainer des Regionalligateams der Borussia, die Elf vom Niederrhein übernommen. Die vergangene Saison beendete der Verein auf Platz zwölf. 

Wie bei Seoane im Vorjahr waren die Gladbacher trotz erheblicher Zweifel im Umfeld und in Teilen des Aufsichtsrats mit Polanski als bereits angeschlagenem Trainer in die neue Saison gegangen. Bei Seoane hatte noch der damalige Sportchef Roland Virkus die Entscheidung getroffen. Auch er hatte kurz darauf seinen Hut nehmen müssen. Nun musste sein Nachfolger Schröder die Entscheidung treffen und muss auf Trainersuche gehen.

Schröders Umbau zahlt sich bislang nicht aus

Nach der enttäuschenden Vorsaison hatte Schröder noch den Kader und das Trainerteam um Polanski stark verändert, anstatt sich vom Chefcoach zu trennen. Insgesamt elf Zugänge hatten im Club die Hoffnung auf eine bessere Spielzeit ohne Abstiegssorgen genährt. Nach den drei Auftaktpleiten der neuen Spielzeit ist inzwischen aber wieder Ernüchterung eingekehrt. In Freiburg spielten die Gladbacher wie ein Absteiger.

Auch das große Verletzungspech, mit dem Polanski zu kämpfen hatte, drückt aufs Gemüt. Insgesamt fünf Spieler fallen aktuell teils schwer verletzt aus. Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen waren Schröder und auch Polanski zuletzt immer wieder zuversichtlich. Doch der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte und ein Punkteschnitt von nur 1,09 in 34 Bundesliga-Spielen ließen den Verantwortlichen am Ende keinen Spielraum mehr.

Von Jana Glose und Thomas Eßer, dpa
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