Nicht zu schlagen in der Qualifikation: Lando Norris.
Darko Bandic/AP POOL/AP/dpa
Nicht zu schlagen in der Qualifikation: Lando Norris.
Formel 1

Norris wie vor der Sommerpause: Pole in Zandvoort

In die Sommerpause verabschiedete sich Lando Norris mit einem Sieg in Ungarn von der Pole. Nach den Ferien schnappt er sich nun Startplatz eins für Zandvoort. Doch dahinter wartet Silberpfeil-Power.

In der Hochdruck-Qualifikation für den vorerst letzten Großen Preis der Niederlande hat Weltmeister Lando Norris alles richtig gemacht. Der Titelverteidiger von McLaren schnappte sich die Pole Position für das Formel-1-Rennen an diesem Sonntag (15.00 Uhr/Sky und RTL) in den Dünen an der Nordsee. «Es hätte nicht besser laufen können, ich bin selbst ein bisschen überrascht», sagte Norris. 

George Russell, der wenige Stunden zuvor von Startrang eins noch den Sprint gewonnen hatte, kam nicht heran und musste sich im Mercedes mit Platz zwei begnügen. Dritter wurde Russells Teamkollege und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli. 

«Es war eine schwierige Session für mich, ich war irgendwie immer im Hintertreffen», konstatierte der noch 19 Jahre alte Italiener. Ein Auftakt nach Maß ist das erste Formel-1-Wochenende nach der Sommerpause für Antonelli nicht. Im Klassement liegt er aber immer noch über 50 Punkte vor den ersten Verfolgern. 

Lokalmatador Max Verstappen kam zwei Tage nach seiner Vertragsverlängerung im Red Bull (bis Ende 2030) nicht über Platz sieben hinaus. «Wir sind einfach zu langsam», konstatierte er. Rekordweltmeister Lewis Hamilton, Zweiter im Klassement, wurde im Ferrari Fünfter. 

Überholen eine Herausforderung auf dem Dünen-Kurs 

Wie wichtig ein guter Startplatz für den Kurs in den Niederlanden aber ist, machte auch das Sprintrennen noch mal deutlich: Überholen ist schwer möglich. Sechsmal raste Antonelli vor der Sommerpause schon auf Startplatz eins. Im ersten Zeitabschnitt in Zandvoort kam er auf Rang fünf, ganz vorn: Oscar Piastri im McLaren. Als Elfter schaffte es auch Nico Hülkenberg in die nächste Runde. 

Nach Problemen im Sprint war sein Audi mit einem neuen Motor ausgerüstet worden. Weil der Antrieb aus dem erlaubten Kontingent kommt, muss der 39 Jahre alte gebürtige Rheinländer jedoch keine Startplatzstrafe fürchten. Letztlich belegte Hülkenberg Platz 13. 

Zur Freude der wohl über 100.000 Fans ließ Verstappen im zweiten Zeitabschnitt nicht lange auf sich warten. Nach Anreiseproblemen am Vormittag von Amsterdam mit der Bahn waren die Ränge mittlerweile voll. 

An die Bestzeiten kam der Sieger von 2021, 2022 und 2023 sowie Zweiten von 2024 und 2025 zwar nicht ran. Dafür war Norris zuständig, dahinter Teamkollege Piastri. Doch Verstappen reihte sich da immerhin als Dritter ein. 

Möglicher Regen in den letzten der entscheidenden 13 Minuten um die besten Startplätze sorgten für Betrieb auf der Strecke. Norris setzte beim ersten Versuch die Bestzeit. Antonelli patzte. Schnell an die Box, Reifen wechseln und wieder raus. Norris bestand den Stresstest mit Bravour. 

Der Kampf um die ersten Punkte in Zandvoort 

Rund dreieinhalb vor dem Start ins Qualifying hatte Russell die zweite Saisonhälfte mit einem Sieg im Sprint eingeläutet. Nach der privaten Ferien-Glückseligkeit durch die Verlobung mit seiner Freundin hatte der 28-Jährige das Rennen über 24 Runden von der Pole aus klar bestimmt. Es war bereits Russells dritter Sprintsieg in diesem Jahr. 

Im Klassement rückte er damit bis auf drei Zähler an Hamilton heran. Der 41 Jahre alte Russell-Landsmann und Ex-Teamkollege wollte in Zandvoort eigentlich seine eigene Aufholjagd auf Spitzenreiter Antonelli starten. Nur Platz sieben im Sprint war aber zu wenig, nach ein paar Veränderungen am Ferrari nach dem einzigen Freien Training haderte Hamilton mit dem Wagen.

In dieser WM kann aber noch viel passieren. Aktuell hat Antonelli 224 Punkte nach seinem vierten Rang im Sprint, Hamilton kommt auf 171, Russell auf 168. Und schon jetzt ist klar, dass Antonelli in gut zwei Wochen in Monza mit einem Handicap antreten wird. Wie auch Teamchef Toto Wolff bestätigte, wird der Italiener dort eine Startplatzstrafe von wohl mindestens zehn Plätzen wegen des Einbaus neuer Teile im Auto in Kauf nehmen müssen.

Jens Marx, dpa
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