Die Mannschaft von Schalke 04 feierte den Aufstieg auf dem Platz.
Bernd Thissen/dpa
Die Mannschaft von Schalke 04 feierte den Aufstieg auf dem Platz.
2. Fußball-Bundesliga

Schalke feiert Bundesliga-Rückkehr mit langer Partynacht

Der FC Schalke 04 ist nach drei Jahren Abstinenz zurück auf der großen Fußball-Bühne. Nach dem 1:0-Aufstiegssieg gegen Düsseldorf folgt eine lange Partynacht. Selbst der größte Konkurrent gratuliert.

Party, Party, Party - die Aufforderung von Schalke-Stürmer Moussa Sylla kurz nach Mitternacht war unmissverständlich. Gemeinsam mit seinen Mitspielern machte er sich in kurzer Hose und Badelatschen, mit Sonnenbrille und Aufstiegsshirt auf den Weg in den VIP-Bereich. Die Bundesliga-Rückkehr nach drei Jahren Abwesenheit feierte S04 ausgelassen.

«Lasst die Sau raus, feiert die ganze Nacht», hatte schon Mittelfeldspieler Ron Schallenberg übers Stadion-Mikrofon den Fans mit auf den Weg gegeben. Die Mannschaft lebte es vor. «Bis halb sechs haben wir in der Arena gefeiert», verriet Sportdirektor Youri Mulder am Sonntag im «Doppelpass» von Sport1.

«Ich bin einfach froh»

Schon nach dem Abpfiff auf dem Rasen, wo der befürchtete Platzsturm ausblieb, bejubelten die Spieler mit ihren Familien das Erreichte. Es flossen mehrere Liter Bier und einige Tränen. Torschütze Kenan Karaman sagte sichtlich bewegt im TV-Interview: «Wir haben lange auf diesen Moment gewartet, der Verein und die Stadt. Ich bin einfach froh.»

Partystimmung herrschte auch außerhalb der Arena, Zehntausende Fans feierten den Aufstieg. Es waren so viele und es war so ausgelassen, dass der Verkehr in Gelsenkirchen zeitweise zum Erliegen kam. Die Straßenbahnen mussten den Betrieb einstellen. Die Stimmung war bis tief in die Nacht sehr fröhlich und friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Bierdusche für den Trainer

Schalkes Rückkehr nach 1.071 Tagen in die Bundesliga ist aus sportlicher Sicht auch verdient: Bereits 20 Siege in der Liga haben die Königsblauen eingefahren, seit dem 13. Spieltag sind sie beinahe ununterbrochen an der Tabellenspitze und im Jahr 2026 verloren sie nur ein einziges Pflichtspiel.

«In meiner Karriere hatte ich schon einige Highlights. Aber dieser Aufstieg steht über allem», sagte Keeper Loris Karius. «Da geht mir das Herz auf», sagte Trainer Miron Muslic, dem die Spieler bei der Pressekonferenz eine Bierdusche gönnten.

Ein Club mit Strahlkraft

Schalke 04 - mit mehr als 200.000 Mitgliedern weltweit der sechstgrößte Verein - war jahrelang in der Bundesliga ein Schwergewicht. Doch der hoch verschuldete Club geriet auch sportlich in eine Abwärtsspirale, nach dem Abstieg 2023 drohte der Absturz in die 3. Liga. «Wir haben wirklich zwei Scheißjahre hinter uns», sagte Kapitän Karaman. Umso größer ist jetzt die Erleichterung.

Die Bundesliga darf sich auf einen Traditionsclub mit Strahlkraft freuen, dem Erzrivale Borussia Dortmund umgehend in den sozialen Medien gratulierte - süffisant mit einem Foto, auf dem ein Kleinflugzeug ein Banner mit der Aufschrift hinter sich herzog, auf dem geschrieben war: «Fast hätten wir euch vermisst!».

Großen Anteil am Erfolg hat Trainer Muslic, dessen Vertrag sich durch den Aufstieg bis 2028 verlängert hat. Erst im vorigen Sommer verpflichtet, formte der 43-Jährige aus einem Krisenteam einen Aufsteiger. «Dieser Mann hat es geschafft, dass Schalke wieder eine Identität hat», sagte Verteidiger Timo Becker.

Einige kluge Entscheidungen

Entdeckt hatte den anfangs unbekannten Coach Sportvorstand Frank Baumann. Selbst erst vor gut einem Jahr geholt worden, stellte der 50-Jährige mit einigen klugen Entscheidungen die Weichen für den Aufschwung - der mit dem Aufstieg gekrönt wurde. Für Baumann übrigens keine ganz große Überraschung.

«Dass so etwas möglich ist, hängt in erster Linie mit der Ausgeglichenheit der 2. Liga zusammen. Wenn man in einen Lauf kommt und die ein oder andere richtige Entscheidung trifft, kann man oben mitspielen und aufsteigen», sagte der frühere Nationalspieler am Samstagabend. 

Doch die Schalker Bundesliga-Rückkehr wird nicht leicht. Die finanzielle Lage bleibt angespannt, es drohen Abgänge, und große Transfers sind kaum möglich. Auch die Zukunft von Stürmer-Star Edin Dzeko ist unklar. Der Vertrag des 40-Jährigen läuft aus. Doch Becker hatte am Samstagabend so seine eigene Idee, wie er den Mitspieler «überreden» kann: «Ich werde ihn abfüllen, er wird viel Bier trinken und vielleicht ein paar Sliwowitz - dann krieg' ich das schon hin.»

Kaspar Kamp, dpa
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