Sieben Tore, sechs Schützen: Der «gute Mix» im DFB-Team
Okay, es war nur Curaçao. Aber «sieben Tore musst du erstmal schießen», sagt Julian Nagelsmann. Warum ihm die vielen verschiedenen Schützen und auch die Art der Tore so wichtig sind.
Okay, es war nur Curaçao. Aber «sieben Tore musst du erstmal schießen», sagt Julian Nagelsmann. Warum ihm die vielen verschiedenen Schützen und auch die Art der Tore so wichtig sind.
Sieben Tore, sechs Schützen: Beim Traumstart ins Mega-Turnier in Amerika mit dem zweithöchsten deutschen WM-Sieg imponierte Julian Nagelsmann besonders die Offensivkraft seiner Mannschaft. «Wir haben Tore aus Standards gemacht, Tore aus Ballbesitz, Tore aus Umschaltaktionen nach Ballgewinn», schwärmte der Bundestrainer nach dem 7:1 gegen Curaçao.
Nagelsmann mochte den Auftaktsieg gegen den schwächsten Gruppengegner nicht größer reden, als er war - aber auch nicht kleiner reden, als er ist. «Am Ende musst du auch erstmal sieben Tore schießen», sagte der Chefcoach.
Nur einmal gelangen mehr Tore im ersten Spiel, beim 8:0 bei der WM 2002 gegen Saudi-Arabien - und danach ging es bis ins Finale. Nagelsmann gefiel auch «der gute Mix von Torschützen», der ihm sehr viel bedeutet.
Felix Nmecha - 1:0
Nach sechs Minuten eröffnete Felix Nmecha den Torreigen. Diese Minuten-Parallele weckte Erinnerungen an das 1:0 von Philipp Lahm beim 4:2 gegen Costa Rica, das ganz am Anfang des Sommermärchens bei der Heim-WM 2006 stand. «Ich freue mich enorm», sagte der Dortmunder WM-Debütant. «Felix hat es sehr gut gemacht. Er hat ein super Tor gemacht und den Elfmeter (zum 3:1) rausgeholt», lobte Nagelsmann den Dortmunder WM-Debütanten: «Er ist ein super Fußballer, der wird uns viel Freude bereiten.»
Nico Schlotterbeck - 2:1
Auch das zweite deutsche Tor erzielte ein BVB-Profi. Nico Schlotterbeck köpfte eine Ecke von Nathaniel Brown schulmäßig ins Tor. Es war sein erster Treffer im 28. Länderspiel. Im Anschluss zeigte er seinen Jubel mit angespanntem Bizeps. «Das war genauso einstudiert auf den ersten Pfosten», sagte Eckenschütze Nathaniel Brown zum Standardtreffer in der 38. Minute.
Kai Havertz - 3:1 und 7:1
Der Arsenal-Profi wurde von der FIFA zum «Man of the Match» gekürt. Das war etwas zu viel des Guten, aber Havertz lieferte als Doppel-Torschütze: Ganz cool beim Elfmeter in Hälfte eins und schließlich filigran zum Endstand. «Wir haben gut Selbstvertrauen getankt», sagte Deutschlands Stürmer Nummer eins.
Jamal Musiala - 4:1
Es war ein besonderer Tag für Musiala. Im letzten Spiel des FC Bayern bei der Club-WM 2025 hatte er sich in den USA das linke Wadenbein gebrochen und schwer am Fuß verletzt. Und jetzt begann die WM mit der Nationalelf wieder in den USA für ihn als strahlender Gewinner und Torschütze. Nagelsmann wurde belohnt für sein Vertrauen in den 23-Jährigen. «Er hat viele Momente gehabt», lobte Nagelsmann. Musialas Auswechslung nach einer guten Stunde hatte auch keine körperlichen Gründe. «Er hat sich nur freundlich und liebevoll beschwert, dass er schon rausmuss. Er fühlt sich sehr gut», klärte der Bundestrainer auf.
Nathaniel Brown - 5:1
Was für ein Turnierdebüt: Nathaniel Brwon erlebt gerade sein persönliches Sommermärchen. Erst hat er sich in die Startelf katapultiert, jetzt trumpft der Frankfurter auf der größtmöglichen Fußballbühne auf. Eckballvorlage mit links zum 2:1, Schuss mit dem schwächeren rechten Fuß zum 5:1 - Note eins. «Ich kann es gar nicht beschreiben», sagte er nach dem erst sechsten Länderspiel. «Das werde ich niemals vergessen. Das ist mit der schönste Moment in meiner Karriere», sagte er zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag.
Deniz Undav - 6:1
Dem Stuttgarter ist die Joker-Rolle eigentlich zu wenig, aber er macht einfach das Beste aus ihr. 27 Einsatzminuten reichten ihm, um seinen großen WM-Wert zu beweisen. «Deniz hat es mit einem Tor und zwei Vorlagen sehr gut gemacht», lobte Nagelsmann. Sieben Tore in zehn Länderspielen sind eine Top-Quote - und Argumente für mehr Spielzeit.
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