Spanische Presse feiert «Heiligen Merino»
Zur Not gibt es ja auch noch den «Heiligen Merino», wie die Zeitung «Mundo Deportivo» den früheren Dortmunder nannte. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der Profi des FC Arsenal in der 88. Minute das Siegtor gegen Belgien. Wieder war er der Mann für den späten goldenen Treffer.
Wie schon im Achtelfinale beim 1:0 gegen Portugal. Und wie vor zwei Jahren im EM-Viertelfinale gegen Deutschland. «Es ist verrückt, der Mannschaft wieder helfen zu können», sagte Merino. «An manche Zufälle glaube ich schon, aber ich glaube nicht, dass das hier Zufall ist. Wenn mir diese drei Tore in so wichtigen Momenten gelungen sind, dann deshalb, weil ich mich genau auf solche Situationen vorbereite.»
Die Hilfe konnte Spanien gegen Belgien gut gebrauchen. Ballbesitz und Chancenübergewicht waren zwar klar aufseiten von La Roja. Aber Belgien ärgerte seinen Gegner immer wieder, kam durch Charles De Ketelaere zum 1:1 (41.) und traf damit als erstes Team gegen Torwart Unai Simon. Dessen Rekord-Serie ohne Gegentor endete nach 649 Minuten, für den Weltmeister von 2010 aber geht es dank Fabián Ruiz (30.) und Merino erstmals seit dem Titelgewinn wieder in einem WM-Halbfinale weiter.
Spanien seit dem Titel nie weiter als Achtelfinale - bis jetzt
2018 und 2022 standen die Franzosen im WM-Finale, Spanien dagegen kam seit dem Titel vor 16 Jahren nicht mehr über das Achtelfinale hinaus. Nun aber haben die Iberer seit 37 Pflichtspielen, wenn dann erst im Elfmeterschießen verloren, und wollen gegen die Offensiv-Gewalt aus Frankreich - Kylian Mbappé und der Rest von Les Bleus kommen auf 16 Tore in bislang sechs WM-Spielen - ihr eigenes Ding durchziehen. Dass der zuletzt verletzte Nico Williams eingewechselt wurde und beinahe selbst anstelle von Merino das 2:1 erzielt hätte, dürfte ein weiterer Schub sein für das Team.
«Wir wissen alle, dass Frankreich vorne wie hinten über enorme Qualität verfügt. Es ist eine sehr starke Mannschaft. Aber wir werden unser Spiel spielen und versuchen, den Ball zu haben», sagte Yamal. «Wir haben sie schon mal rausgeworfen.»
Von Maximilian Haupt und Ulrike John, dpa
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