Es braucht schon eine Menge Selbstvertrauen, um sich je nach Auslegung zerstören, vernichten oder auffressen lassen zu wollen. All das sind mediale Zuschreibungen für Max Verstappen, der seine Teamkollegen bei Red Bull in der Vergangenheit im direkten Duell förmlich auseinandergenommen hat. Wenn man sich mit einem Ausnahmefahrer wie dem Niederländer messen will, ist das eine herausfordernde und auch oft deprimierende Angelegenheit.
Ein ziemlich furchtloser Franzose wird aber 2027 sein zweites Jahr an der Seite des viermaligen Formel-1-Weltmeisters bestreiten. Der gerade erst von einem kleinen Bruch am Handgelenk genesene Isack Hadjar hat pünktlich zu seinem Comeback beim Grand Prix von Aserbaidschan in Baku an diesem Wochenende einen neuen Vertrag bei Red Bull bekommen.
Hadjars Hand schmerzt immer noch
Über die Laufzeit gab er sich auf der offiziellen Pressekonferenz aber schmallippig. «Alles ist gut», meinte der 21-Jährige, der zuletzt in Zandvoort, Monza und Madrid nur zuschauen durfte. «Einige frustrierende Wochen» habe er wegen seiner Verletzung hinter sich, die ihn nun nicht mehr grundlegend beeinträchtigt. «Es wird immer noch ein bisschen weh tun», meinte er. Es sei aber gut genug, um zu fahren, «mehr brauche ich nicht.»
Red Bull lobte die pure Geschwindigkeit, die unermüdliche Arbeitsmoral und das natürliche Rennkönnen Hadjars, der aus der eigenen Nachwuchsakademie stammt und mit der Erfahrung von nur 23 Grand Prix bei Schwesterteam Racing Bulls vor dieser Saison in eines der schwersten Cockpits der Branche befördert worden war.
«Von Anfang an hat sich Isack voll in das Team eingebracht und jede Minute im Werk mit seinen Ingenieuren verbracht, um das Auto weiterzuentwickeln. Dabei war er stets bestrebt, dazuzulernen und sich zu verbessern», sagte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies im besten Ton eines Nachhilfelehrers.
Deprimierte Teamkollegen pflastern Verstappens Weg
Hadjar ist ein Instinktfahrer mit Straßenköter-Mentalität: gierig und geradeaus. «Ich will immer zuhören, lernen und mich jeden Tag verbessern, was mich nur noch mehr auf das freuen lässt, was vor uns liegt», gab er zu Protokoll.