Windräder
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Bürgerentscheid in Heidelberg

Abstimmung über Windkraft am Lammerskopf

Am Sonntag stimmen die Heidelbergerinnen und Heidelberger per Bürgerentscheid über die geplante Windenergie-Nutzung am Lammerskopf im Odenwald ab.

Im Kern geht es um die Frage, ob die Stadt den Weg für bis zu acht Windräder freimachen soll. Das Vorhaben ist umstritten, weil hier unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen: Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Naturschutz und der Eingriff in den Wald.

Darum geht es beim Bürgerentscheid

Nach Angaben der Stadt zählt der Lammerskopf zu den windstärkeren Standorten in der Region. Befürworter sehen dort deshalb gute Voraussetzungen, um erneuerbare Energie auszubauen und die Stromversorgung stärker regional abzusichern.

Geplant sind demnach bis zu sieben Anlagen auf Heidelberger Gemarkung sowie eine mögliche weitere Anlage in Neckargemünd. Mit dem Bürgerentscheid soll zunächst die Grundsatzfrage geklärt werden, ob die Stadt das Projekt weiterverfolgen soll.

Warum das Projekt umstritten ist

Die Diskussion entzündet sich vor allem an der Frage, wie sich der Ausbau der Windenergie mit dem Schutz von Natur und Landschaft vereinbaren lässt.

Die Befürworter argumentieren mit:

  • einem aus ihrer Sicht besonders geeigneten Windstandort,
  • Beiträgen zum Klimaschutz,
  • mehr Versorgungssicherheit,

sowie einer möglichen regionalen Wertschöpfung.

  • Die Gegner warnen dagegen vor:
  • Eingriffen in Wald und Landschaftsbild,
  • Belastungen für geschützte Lebensräume,
  • möglichen Folgen für Fledermäuse und Vögel,
  • sowie einer weiteren Zerschneidung des Waldes.

Naturschutzverbände wie der NABU halten den Standort für ökologisch besonders sensibel. Sie kritisieren, dass das Gebiet aus ihrer Sicht nicht naturverträglich für einen Windpark erschlossen werden könne.

Streit auch über Gutachten und Rechtslage

Umstritten ist nicht nur die politische Bewertung, sondern auch die fachliche und rechtliche Einschätzung des Projekts. Die Stadt geht davon aus, dass geeignete Teilflächen grundsätzlich nutzbar sind. Naturschutzverbände halten die vorliegenden Gutachten dagegen für lückenhaft und nicht rechtssicher.

Damit steht am Sonntag nicht nur eine energiepolitische Entscheidung an, sondern auch eine Abstimmung über die Frage, welches Gewicht Klimaschutz und Naturschutz an diesem Standort jeweils haben sollen.

 

Klare Fronten vor der Abstimmung

Für den Windpark werben die Stadt Heidelberg, der Oberbürgermeister sowie die Projektgemeinschaft aus Stadtwerken und Genossenschaften. Sie sehen im Lammerskopf die Chance, die Energiewende vor Ort voranzubringen und Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung zu beteiligen.

Auf der Gegenseite stehen der NABU und weitere Naturschutzakteure. Sie lehnen den Standort ab, weil sie dort ein ökologisch hochwertiges Gebiet mit windkraftsensiblen Arten sehen. Kritiker verweisen außerdem darauf, dass geprüft werden müsse, ob es geeignetere Alternativflächen außerhalb sensibler Waldgebiete gibt.

Entscheidung mit Signalwirkung

Der Bürgerentscheid dürfte damit über Heidelberg hinaus Beachtung finden. Denn die Abstimmung steht beispielhaft für die Frage, wie der Ausbau erneuerbarer Energien in dicht besiedelten und ökologisch sensiblen Regionen umgesetzt werden kann.

Weitere Infos zu Windrädern in Baden-Württemberg findest du hier