Es ist keine zwei Wochen her, da wurde ein 16-jähriges Mädchen im baden-württembergischen Aalen tödlich verletzt, weil es auf einen Güterwaggon kletterte und der Oberleitung zu nah kam – sie starb an einem Stromschlag.
Gerade jetzt, wo Freizeitangebote fehlen und Urlaubsreisen ausfallen befürchten Bundespolizei und Bahn, dass es noch mehr solcher tragischen Unfälle geben könnte, weil Jugendliche Selfies auf Bahngleisen machen oder sich aus anderen Gründen in gefährlichen Bereichen der Bahnanlagen aufhalten.
Deshalb gibt es den eindringlichen Appell, den Gleisen und Oberleitungen fern zu bleiben.
"Bahnanlagen üben auf junge Menschen oft eine große Faszination aus und wecken die Neugierde. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, jetzt zum Ferienbeginn noch einmal auf das richtige Verhalten aufmerksam zu machen", erklärt Thomas Schlageter, Beauftragter für Prävention bei der BundespolizeiiInspektion Weil am Rhein.
Es ist verboten, Bahnanlagen zu betreten! Wo Züge fahren, ist kein Platz für Abenteuer.
Auch wenn Fotos im Gleis oder die Abkürzung über die Schienen verlockend und berechenbar erscheinen - hier droht ernste Gefahr. Züge fahren zu jeder Tages- und Nachtzeit und können, anders als Straßenfahrzeuge, nicht ausweichen.
Bis zu 1.000 Meter dauert es, bis ein Zug nach einer Vollbremsung steht. Außerdem werden die Fahrzeuge immer leiser und sind somit erst spät zu hören.
"Das Klettern auf abgestellte Züge ist ebenfalls lebensgefährlich", warnt Thomas Schlageter von der Bundespolizei.
Immer wieder passieren Bahnstromunfälle, bei denen Kinder oder Jugendliche beteiligt sind. Die meisten enden mit schwersten Verletzungen oder tödlich.
Den jungen Menschen ist oft nicht bewusst, dass die Bahn-Oberleitung eine Spannung von 15.000 Volt führt. Das ist etwa 65-mal mehr als in der Steckdose zu Hause.
Man muss die Oberleitung nicht einmal berühren.
Schon bei bloßer Annäherung kann es zu einem lebensbedrohlichen Stromüberschlag kommen.