Steinkautnistkasten
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Heidelberger Projekt setzt auf sanfte Auswilderung

Steinkäuze für die Region

Im Zoo Heidelberg arbeitet ein Artenschutzprojekt daran, Lücken in der Steinkauz-Population im Rhein-Neckar-Raum zu schließen.

Klein, nachtaktiv und in vielen Regionen selten geworden: Der Steinkauz braucht Schutz und passende Lebensräume. Im Zoo Heidelberg zeigen Fachleute gemeinsam mit Naturschutzverbänden, wie Artenschutz vor Ort funktionieren kann. Besonders spannend ist dabei eine neue Form der Auswilderung – der sogenannte Soft Release.

Gemeinsam für den Steinkauz in der Region

Der Steinkauz soll im Rhein-Neckar-Raum wieder bessere Chancen bekommen. Dafür arbeiten der Zoo Heidelberg und mehrere lokale Naturschutzverbände im Projekt „Gemeinsam für den Steinkauz“ zusammen. Ziel ist es, Lücken in der Population zu schließen und die kleinen Eulen langfristig in der Region zu stärken.

Nach Angaben des Zoo Heidelberg wurde nach der Brutsaison 2024 eine besondere Lösung gefunden, um auch spät geschlüpfte Jungvögel noch auswildern zu können. Bisher wurden im Zoo geschlüpfte Jungtiere im Alter von etwa drei Wochen in Nester wildlebender Steinkäuze gesetzt, wenn dort nur wenige Jungvögel vorhanden waren. So konnten sie direkt in ihrem späteren Lebensraum aufwachsen.

Soft Release als neue Auswilderungsmethode

In diesem Fall aber kam ein Steinkauz-Paar im Zoo mit seiner Brut zu spät für das bisherige Verfahren. Deshalb entwickelte das Projektteam eine neue Methode: den Soft Release, also eine schrittweise Auswilderung. Dafür wird an einer klassischen Nisthilfe eine kleine Übergangsvoliere angebracht. In diesem geschützten Vorbau können sich die flüggen Jungvögel zunächst an Geräusche, Gerüche und ihre neue Umgebung gewöhnen. Erst nach einigen Tagen wird die provisorische Voliere entfernt und die Tiere können ausfliegen.

Die Hoffnung dahinter: Die Steinkäuze nehmen die Nisthilfe dauerhaft an und siedeln sich in Gebieten an, in denen bislang keine Revierpaare nachgewiesen wurden. So könnte die Methode helfen, bestehende Lücken im Bestand zu schließen. Nach Einschätzung der Projektbeteiligten hat dieses Vorgehen Modellcharakter – wenn es sich bewährt, könnte es auch anderswo ein Vorbild sein.

MIDENA hilft mit Nisthilfen

Wichtig ist dabei nicht nur die Arbeit von Zoologen und Naturschützern. Auch die Schülerfirma MIDENA ist Teil des Projekts: Sie baut die Steinkauz-Nisthilfen und leistet damit einen ganz praktischen Beitrag zum Artenschutz. Gerade dieses Zusammenspiel aus Fachwissen, Ehrenamt und Engagement junger Menschen macht das Heidelberger Projekt besonders.

Der Blick richtet sich nun auf die nächsten Kontrollen der Nisthilfen. Dann wird sich zeigen, ob die sanfte Auswilderung erfolgreich war. Schon jetzt ist aber klar: Artenschutz gelingt dort am besten, wo viele gemeinsam an einem Strang ziehen.