Baden & Pfalz

Löwenbaby zwischen Schlangen und Reptilien

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Verunglückte "Lea" kommt nach Spanien

Das weiße Löwenbaby Lea soll in Spanien leben. Polizisten hatten das Löwenbaby nach einem Auffahrunfall Anfang September auf der A5 zwischen Mannheim und Karlsruhe in einem der beteiligten Fahrzeuge gefunden.

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Update 23.09: Das Tier solle in Barcelona in einer zooähnlichen Einrichtung untergebracht werden, teilte die Kreisverwaltung in Landau mit. Es stehe noch die Zustimmung der Behörden vor Ort aus. Der Transport von Lea war dem Karlsruher Landratsamt zufolge legal. Die Besitzerin aus der Slowakei verfügt über eine Genehmigung zur Züchtung von Raubtieren. Zum Zeitpunkt des Transports war Lea aber einige Tage zu jung. Zudem fehlten wichtige Dokumente. Die Züchterin muss mit einem Bußgeld rechnen.

Die Insassen des Busses wurden bei dem Unfall so schwer verletzt, dass sie noch nicht vernehmungsfähig sind. Deshalb ist im Moment unklar, was es mit dem Löwenbaby auf sich hat und wohin es gebracht werden sollte.

Völlig verängstigt

Auch wenn sie äußerlich unverletzt schien, war klar, dass die kleine Löwin nach dem Unfall untersucht werden musste. Also landete sie in der Praxis des Landauer Tierarztes Henning Wilts, einem Freund des verständigten Tierretters Michael Sehr. "Das Tier war völlig verängstigt. So ein Löwe, der hinten in so einer Box sitzt und dann so einen Aufprall mitbekommt, der versteht ja die Welt nicht mehr", berichtet Wilts.

Keine Tollwutimpfung

Er verpasste dem Löwenbaby eine Narkose und untersuchte es gründlich. Die freudige Diagnose: keine ernsthaften Verletzungen. Aber: Der kleine Löwe hat keine Tollwutimpfung, denn dafür ist er mit seinen sieben-einhalb Wochen noch zu jung. Somit ist klar: Der Transport des laut Heimtierausweis aus der Slowakei stammenden Tieres war illegal, denn "von der Impfung und vom Alter her hätte es keine Grenze überschreiten dürfen", betont der Tierarzt.
 

 
Brei aus Rinderhack

Wichtiger als solche bürokratischen Dinge war aber zunächst einmal dem Löwenbaby ein Quartier für die Nacht zu organisieren. In den öffentlichen Zoos war niemand erreichbar. Also rief Henning Wilts seinen Freund Uwe Wünstel vom Landauer Reptilium an. Der nahm das Tier auf, taufte es auf den Namen Lea und verbrachte gemeinsam mit seiner Frau die ganze Nacht mit ihr auf der Quarantänestation. Sie fütterten sie mit einem leckeren Brei aus Milch und Rinderhackfleisch, der Lea offensichtlich gut schmeckte.

Auf den Schoß gelegt

"Das hat sie eifrig gegessen oder geschlotzt, und soweit macht sie einen richtig guten Eindruck. Also die erste Nacht war gut", zeigt sich Wünstel zufrieden. Zumal mittlerweile auch schon eine emotionale Beziehung zwischen ihm und Lea entstanden ist. Denn nach anfänglicher Skepsis bei der kleinen Löwin war irgendwann in der Nacht das Eis gebrochen. "Da ist sie hergekommen, hat sich auf den Schoß gelegt, sich kraulen lassen und auch ein Stück weit die Nähe gesucht."

Hoffnung für Reptilium-Besucher

Wie es jetzt mit Lea weitergeht, ist unklar. Zunächst mal müssen die genauen Umstände ihrer Herkunft und ihres Transports geklärt werden. Gut möglich, dass sie eine Zeit lang im Reptilium in Landau bleibt. Und das könnte dort für einen Besucheransturm sorgen. Denn Uwe Wünstel will Lea den Leuten nicht vorenthalten. "Wenn ein paar Tage Ruhe eingekehrt ist, dann werden wir mit Sicherheit auch den Besuchern die Lea mal kurz zeigen können."

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