Baden & Pfalz

​Offenburg: Immer mehr Fälle von Kinderpornografie auf dem Schulhof

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Bilder teilen ist kein Kavaliersdelikt

Ein Nacktbild der minderjährigen Ex-Freundin, ein Download aus dem Darknet! Immer häufiger tauchen in Schüler -Chat Gruppen verbotene kinderpornographische Inhalte auf. Landesweit sind die Zahlen enorm gestiegen.

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Auch bei der Polizeidirektion Offenburg gehen inzwischen rund 75 Prozent der Kinderpornografie-Fälle auf die sogenannte Schulhof-Kinderpornografie zurück. In den meisten Fällen hätten Schüler Fotos oder Videos in Chatgruppen weitergeleitet. Nur in den wenigsten Fällen gehe es um sexuellen Missbrauch an Kindern selbst. Doch auch das Weiterleiten sei kein Kavaliersdelikt, mahnte der Leiter der Kriminaldirektion, Wolfgang Jaeger.

Jaeger: «Das hat nichts damit zu tun, dass ich mal einen Lippenstift klaue.

Schon die Nacktaufnahme einer 13-Jährigen, die das Mädchen als vermeintlichen Liebesbeweis an ihren Freund schickt, gelte nach dem Gesetz als Kinderpornografie. Kinder und Jugendliche verbreiteten solche oder schlimmere Bilder, weil sie das cool fänden oder sich beweisen wollten, sagte Jaeger. «Die machen das auch als Mutprobe.»

Wenn Chatgruppen auffliegen, ermittelt die Polizei gegen alle Mitglieder

Verbreitung, Erwerb, Besitz oder Herstellung kinderpornografischer Bilder oder Videos sind strafbar und können auch mit Freiheitsstrafen geahndet werden, wie die Leiterin des Referats Prävention, Susanne Steudten, deutlich machte. Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern müssten sich über mögliche Konsequenzen wie Schadenersatzforderungen und Einträge ins Führungszeugnis im Klaren sein.

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