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Aktuell werden noch alle Tunnelsysteme getestet

Karlsruhe: Neuer Tunnel vor Eröffnung

Der Bau des neuen Karoline-Luise-Tunnels in der Kriegsstraße ist abgeschlossen. Jetzt müssen noch eine Reihe von Tests durchgeführt werden, bevor der Tunnel voraussichtlich im Mai eröffnet wird.

Der Karoline-Luise Tunnel streckt sich über eine Gesamtlänge von 1,6 Kilometern und leistet seinen Beitrag zum fließenden Verkehr in Karlsruhe. In der Vergangenheit kam es zwischen Autofahrern und S-Bahnen häufig zu Störungen. Der Tunnel wird beide Parteien entlasten und auch Fahrradfahrern mehr Platz auf der Kriegsstraße geben. Dadurch wird der Verkehr auf der wichtigen Straße für die Ost-West-Verbindung deutlich schneller und zuverlässiger.

Viel Technik, hohe Sicherheit

Das Bauwerk weist hohe Sicherheitsstandards auf, was sich unter anderem in den getrennten Röhren für die Fahrtrichtungen widerspiegelt. Darüber hinaus sind alle 150 Meter Notrufstationen installiert, die bei Nutzung automatisch die exakte Lage im Tunnel übermitteln. Wer mit dem eigenen Handy die 112 wählt, kann an den Wänden die jeweilige Ziffer für den Tunnelabschnitt ablesen.
Allerdings kommt nicht jede clevere Technik-Innovation dem Autofahrer zu Gute. Die installierten Blitzer benutzen kein Blitzlicht, da dieses die Sicht des Autofahrers behindert und somit ein Sicherheitsrisiko darstellt. Stattdessen wird Schwarzlicht verwendet, was von den meisten Personen gar nicht bemerkt wird. Wer also selbstbewusst eine komplette Arbeitswoche zu schnell durch den Tunnel fährt, der kann im Folgemonat gutmöglich eine schmerzhafte Rechnung im Briefkasten finden.

Teilweise nur einspurig

Im Vorfeld kritisierten einige Karlsruher, dass der Tunnel zu Teilen nur einspurig in beide Fahrtrichtungen verläuft. Die Sorge vor Staus war dementsprechend groß. Martin Kissel, Leiter des Tiefbauamts, kann allerdings Entwarnung geben:

Wir haben Rampen, die Auf- und Abfahrten, in den Tunnel und aus dem Tunnel heraus und an der Oberfläche auch noch die Kriegsstraße, die eine gewisse Verteilungsfunktion hat. Deswegen muss man das immer in Kombination sehen. Die Berechnungen ergeben, dass das für den Verkehrsfluss vollkommen ausreicht und die Sicherheit gewährleistet ist.

Durch die begrenzte Fläche konnten zwei Spuren nicht durchgehend realisiert werden. Dafür hat man einen Standstreifen, auf dem Autos bei einem Unfall ausweichen und Rettungsfahrzeuge problemlos durchkommen können.

Viele Tests bis zur Eröffnung

Bis es allerdings soweit ist, muss noch die komplette Sensorik und Elektrotechnik getestet werden. Auch Polizei und Feuerwehr müssen über die Infrastruktur der Tunnelanlage aufgeklärt werden, sodass Einsätze von Beginn an problemlos ablaufen. Insgesamt können bis zu 6000 unterschiedliche Störungsmelden auftreten, die das Tiefbauamt Karlsruhe testen und verstehen muss, um anschließend Handlungsvorgaben zu entwickeln. All das nimmt Zeit in Anspruch, weshalb Oberbürgermeister Frank Mentrup erst von einer Eröffnung im Mai ausgeht. Einen genauen Termin will er allerdings nicht nennen. Wer sich vorher einen Eindruck vom Tunnel machen möchte, der kann am Samstag, den 07. Mai zwischen 10 und 18 Uhr, zu Fuß durch den Tunnel laufen.