Baden & Pfalz

Bruchsal: Gedrückte Stimmung in der Spargel-und Erdbeerbranche

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Importe drücken die Preise

Das Ende der Spargelsaison ist in knapp sechs Wochen und bereits jetzt ziehen die Landwirte ein ernüchterndes Fazit. Auch die Erdbeersaison hatte einen schwierigen Start, was vor allem an den günstigen Importen liegt.

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Die Spargelqualität und die Ernte ist bislang gut, dennoch können die Landwirte nicht den Erfolg verzeichnen, den sie erhofften. Trotz bester Qualität hat auch die Erdbeersaison einen schweren Start gehabt. Das liegt vor allem daran, dass der Handel bis Mitte Mai noch Spargel und Erdbeeren importiert hat. Der Grund für die günstigen Importe sind niedrigere Mindestlöhne in Ländern wie Ungarn,Spanien und Griechenland. Deutschland hat einen Mindestlohn von 9,82 Euro in der Stunde und das ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch, was sich auch auf die Preise schlägt.

Mehr saisonale und regionale Ware statt Importe

Vorstandsmitglied des Spargel- und Beerenverbandes Simone Schumacher kritisiert die Spottpreise der Importware und sieht die Branche in einer schwierigen Lage. Auch die Supermärkte stehen in der Kritik. Sie verkaufen die billige Importware direkt neben dem heimischen Spargel. Teilweise sorgen auch überzogene Preise für regionalen Spargel und regionale Erdbeeren für eine geringere Attraktivität der Produkte. Gleichzeitig verzeichnet der Handel hohe Margen. Hinzu kommt die Inflation und die Unsicherheit angesichts der Weltlage, die ebenfalls Einfluss auf das Kaufverhalten hat.

Simone Schumacher: "Wir sind ernüchtert und enttäuscht. Mit Corona, dem Krieg in der Ukraine und der Klimakrise dachten wir, es sollte nun jedem klar geworden sein, wie wichtig die Produktion von Lebensmitteln im eigenen Land ist.[...]"

Liebhaber und Liebhaberinnen von Spargel und Erdbeeren aus der Region sind bisher viel zurückhaltender als in den Jahren zuvor. Lediglich an den Ostertagen und und am Muttertag war die Nachfrage nach Spargel zufriedenstellend.  Die Landwirte haben derzeit mit steigenden Produktionskosten und Preisdruck zu kämpfen. Der Unmut in der Branche ist groß.

Simone Schumacher: "Man importiert Bio-Ware aus weiter Entfernung und lässt den heimischen Anbau gegen die Wand fahren, wohlwissend, dass dies die Existenz der Landwirte gefährdet, und Regionalität und Saisonalität eine Menge CO2 einsparen und das Klima schonen."

Aktuell zeigt sich deutlich, dass die heimische Produktion nicht entsprechend geschätzt und entlohnt wird.

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