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Rhein-Neckar

Schule in Ladenburg: 30 Grad um 7 Uhr morgens

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Kaum Schatten und keine Klimaanlage

Die rund 140 Schüler auf der Martinsschule in Ladenburg leiden extrem unter der Hitze. Für die körperlich behinderten Schüler gibt es kaum Schatten und keine Klimaanlage.

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Neue Schule, aber keine Klimaanlage

Die Hitzewelle kommt zurück und macht auch den Kindern an der Martinsschule in Ladenburg richtig zu schaffen. Denn an der Schule für Körperbehinderte haben viele Klassenzimmer morgens um 7 Uhr schon 30 Grad. Auch Pflegeräume sind betroffen. Das Schlimme daran, es gibt keine Klimaanlage und Jalousien bieten nur einen kleinen Schutz. „Die Kinder leiden darunter“, meint Schulleiter Steffen Funk. „Auf andere Räume ausweichen, können wir leider nicht, weil die Schule komplett ausgelastet ist.“ Besonders schlimm ist es für Schüler, die Epilepsie haben. Die Hitze kann epileptische Anfälle herbeiführen. „Da ist besondere Vorsicht geboten, wenn es große Temperaturschwankungen  gibt. Wir tun alles, um es diesen Kindern so angenehm und erträglich wie möglich zu machen. Man muss sie besonders im Blick haben.“, erzählt er. Dabei wurde die Schule erst vor 9 Jahren unter modernsten Möglichkeiten gebaut. Etwa 180 Mitarbeiter kümmern sich um die Kinder. Dazu gehören u.a. Sonderschullehrer, Fachlehrer für Geistigbehinderte, Physiotherapeuten und Pflegekräfte.

Unterricht im Freien

„Die Gesundheit und das Wohlergehen der Schüler und natürlich auch der Mitarbeiter steht im Vordergrund“, sagt Funk. Mit der Hitze geht es der Martinsschule wie vielen anderen Schulen. „Allerdings haben wir den Vorteil, dass wir unseren schulischen Alltag etwas individueller gestalten können.“ So kann der Unterricht auch draußen stattfinden. Es gibt zum Beispiel einen Schulgarten, einen Wasserspielplatz und das Freibad in der Nähe. Allerdings sind Ausflüge immer ein größerer Aufwand. Eine Krankenschwester mit Notfallmedikamenten ist da immer dabei.

Kaum Spaß auf dem Pausenhof

Aber selbst draußen findet man nicht überall ein kühles Plätzchen. Zwar stehen vereinzelt Bäume auf dem Schulgelände, die sind aber noch sehr klein und spenden nur wenig Schatten. Auf dem Basketballfeld und auf dem kleinen Spielplatz will kaum jemand spielen, wenn es so richtig heiß ist. Denn die stehen mitten in der prallen Sonne. Auch eine kleine Wasserstelle zum Planschen und die Rutsche sind nicht überdacht. Bei knapp 40 Grad glühen die so richtig.

Hitzefrei? Geht nicht.

Die Martinsschule ist eine Ganztagsschule, die Betreuung geht hier teilweise bis 15 Uhr. Den Kindern einfach Hitzefrei geben, geht nicht. „Das hat einen rechtlichen, aber auch einen organisatorischen Aspekt. Wir können unsere Schüler nicht einfach nach Hause schicken in der Annahme, dass sie gut nach Hause kommen und die restlichen drei bis vier Stunden, die sie möglicherweise alleine sind, auch alleine verbringen können. Außerdem haben wir verschiedene Fahrunternehmen, wenn wir die jedes Mal verständigen müssten, dann wäre das in der Kürze der Zeit überhaupt nicht machbar“, meint Steffen Funk. Die Schüler kommen aus einem weiten Einzugsgebiet im Rhein-Neckar-Kreis, teilweise aus 30 bis 40 Kilometer Entfernung. Gebracht werden sie von externen Fahrdiensten. „Ein großes Problem ist auch, dass nicht alle Busse klimatisiert sind. Bei langen Anfahrtswegen haben die Kinder dann nicht nur einen heißen Tag in der Schule, sondern auch auf der Fahrt“, so Funk.

Was nun?

Steffen Funk möchte jetzt lösungsorientiert vorgehen und mit dem Schulträger ein Konzept erarbeiten, um die Situation zu verbessern. Wichtig wären eine Klimaanlage, aber auch große Bäume und mehr Sonnensegel. Funk ist zuversichtlich, dass sich bald etwas ändern wird.

 

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