Rhein-Neckar

Mannheim: Altrip-Fähre im Dauerbetrieb

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Ansturm seit Sperrung der Hochstraße deutlich gestiegen

Die Altrip-Fähre zwischen Mannheim und Altrip befördert deutlich mehr Fahrzeuge am Tag als vor der Sperrung der Hochstraße Süd. Das führt zu größerem Stress für die Mitarbeiter, längeren Wartezeiten und damit verbundenen gefährlichen Situationen im Straßenverkehr.

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Seit die Hochstraße Süd zwischen Ludwigshafen und Mannheim gesperrt ist, herrscht auf der Rheinfähre Altrip Dauerbetrieb. Die Fähre befördert Kraftfahrzeuge, aber auch Fußgänger und Fahrradfahrer zwischen Mannheim und Altrip hin und her. Aktuell fährt sie über 100 Mal am Tag. Das liegt unter anderem daran, dass einige Autofahrer, die zuvor über die Pilzhochstraße gefahren sind, jetzt auf die Altrip-Fähre ausweichen. Vor den Baumaßnahmen hat die Fähre etwa 1600 bis 1800 Fahrzeuge am Tag transportiert, jetzt sind es rund 600 mehr. Das bedeutet für die Mitarbeiter auch mehr Stress. Kassierer Christian Kammerer:

Ja, es ist schon anstrengend. Gerade in den Stoßzeiten, da geht es hier richtig zur Sache.

Für Pausen bleibe da kaum Zeit, erklärt er. Es wurde auch ein neuer Mitarbeiter eingestellt. Zuvor hatte ein Mitarbeiter die Fahrzeuge eingewiesen, kassiert oder Monatskarten kontrolliert. Weil vor allem zum Berufsverkehr so viel Betrieb ist, wurde diese Arbeit jetzt auf zwei Mitarbeiter aufgeteilt. Aber nicht nur während der Pendler-Zeiten ist auf der Fähre was los. Geschäftsführer Jürgen Jakob:

Wenn wir vorher nur Spitzenzeiten hatten, dann haben wir jetzt einen durchgehenden Dauerbetrieb.

Pro Fahrt passen 21 Pkws auf die Fähre. Wenn beispielsweise LKWs oder Busse dazwischen sind, sind es natürlich weniger Fahrzeuge. Die Fahrt dauert mit be- und entladen etwa 8 Minuten. Der Fährbetrieb wird vor allem vom Schiffverkehr geregelt, da die Schiffe Vorrang haben und die Fähre dann warten muss. Wenn man nicht gerade zu den Stoßzeiten kommt, muss man in der Regel jedoch nicht lange warten. Zur Rushhour sieht das anders aus. Jakob:

Ganz prekär ist es auf der Mannheimer Seite. Hier staut sich der Verkehr über den Kreisel (…) bis auf die Autobahn.

Und dabei kommt es manchmal auch zu gefährlichen Situationen. Auch wenn man mal 30 Minuten warten müsse, seien die meisten jedoch Pendler sehr verständnisvoll, so Jakob. Zwar sei der Ansturm seit der Sperrung der Hochstraße wieder ein wenig zurückgegangen, man müsse aber damit rechnen, dass die Altrip-Fähre die Auswirkungen davon merken werde, bis die Bauarbeiten an beiden Hochstraßen abgeschlossen seien. Deshalb gibt es jetzt Baupläne für eine breitere Fähre, mit der dann mehr Fahrzeuge transportiert werden können. Besonders interessant wird es für die Altrip-Fähre voraussichtlich im Sommer, wenn die Mannheimer die Naherholungsgebiete auf der anderen Rhein-Seite und damit vermehrt die Fähre nutzen. Außerdem kann die Fähre bei Niedrigwasser nicht fahren, da der Tiefgang zu groß ist. Auch das soll beim Bau der neuen Fähre beachtet werden.
 

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