Rhein-Neckar

Corona-Studie Mannheim: Soziale Kontakte fast vollständig eingeschränkt

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Befragungen sollen Zukünfte Maßnahmen optimieren

Die Corona-Pandemie und die dafür eingesetzten Maßnahmen haben einen massiven Einfluss auf die Menschen. Um herauszufinden, wie dieser genau aussieht und was das für die Gesellschaft bedeutet, wurde an der Universität Mannheim die Corona-Studie gestartet.

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Seit es in Deutschland aufgrund des Corona-Virus das Kontaktverbot gibt, hat sich das Leben vieler Menschen ziemlich verändert. Laut der Mannheimer Corona-Studie hatten sich vor den ersten Maßnahmen etwa 84% der Deutschen mindestens einmal in der Woche mit Verwandten, Freunden oder privat mit Kollegen getroffen. Mittlerweile, Stand 1. April, vermeiden 68% private Begegnungen. 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Annelies Blom gibt es täglich neue Ergebnisse und Informationen, die vor allem anderen Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern dienen, um zukünftige Maßnahmen zu optimieren. Dabei gibt es Befragungen über den Arbeitsplatz, Kinderbetreuung oder den Angstindex, der zeigt, wie sich die Gefühle der Angst im Laufe der Zeit verändern. Prof. Blom:

Die Corona-Pandemie und die zu ihrer Bewältigung implementierten Maßnahmen haben einen massiven Einfluss auf  unser Leben. Bisher basierten die politischen Entscheidungen fast ausschließlich auf epidemiologischen Daten und eventuell auf wirtschaftlichen Überlegungen. Der massive Einfluss, den die Maßnahmen und die Pandemie auf das Leben aller hat, findet bisher aber keine Berücksichtigung, beziehungsweise nur sehr wenig Berücksichtigung. Warum? Weil die dazu benötigten Informationen fehlen, deutschland- und weltweit. Es gibt also nicht genug Informationen zur Situation in der Gesellschaft und welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Gesellschaft hat, um wirklich daraus Rückschlüsse für Maßnahmen zu ziehen. Mit der Mannheimer Corona-Studie ändern wir das, und zwar genau in diesem Moment und zwar genau tagesaktuell.

Die erste Befragung der Corona-Studie gab es am 20. März. Über das German Internet Panel, die Infrastruktur, über die auch die Corona-Studie stattfindet, werden aber schon seit acht Jahren per Zufallsstichprobe Menschen aus  zu sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Themen befragt. Mithilfe von aktuellen, täglichen Befragungen, ergibt dass dann ein Bild, dass zeigt, wie sich das Leben der Menschen im Laufe der Zeit verändert und entwickelt. Prof. Blom:

Wir können auf Informationen zurückgreifen, die vor der Corona-Krise erhoben wurde, und somit ein Davor, und ein Während, jetzt momentan, und später irgendwann ein Danach bei den Menschen feststellen.

Auch, wie die Menschen verschiedene Maßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie eingeführt wurden oder in Zukunft auf uns zukommen könnten, akzeptieren, ist dabei eine wichtige Frage. Denn für die Umsetzung der Maßnahmen sei es essentiell, dass die Bevölkerung sie auch akzeptiere. Dabei gibt die Studie am 1. April, dass 95,4% der Menschen ein Veranstaltungsverbot für sinnvoll erachten, und 91,9% die Schließung der öffentlichen Einrichtungen für angemessen halten. Eine Ausgangsperre dagegen würden aktuell 39,4 % der Deutschen für angemessen halten.

Studie repräsentiert die gesamte deutsche Bevölkerung

Für die Corona-Studie werden aktuell täglich etwa 450 Menschen befragt, über eine Woche verteilt gibt es ca. 3200 Befragungen. Aufgrund der Zufallsstichprobe, durch die die Befragten ausgewählt wurden, sind darunter Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und auch Menschen, die keinen Computer oder Internetzugang hatten, und diesen allein für die Studie zur Verfügung gestellt bekommen. Dadurch ergebe sich ein Bild, das die gesamte deutsche Bevölkerung repräsentiere, so Pof. Blom.

Auch die  Arbeitssituation hat sich für viele Menschen verändert. Aktuell sind laut der Studie knapp 28% der Erwerbstätigen im Home-Office tätig, 8,7% sind in Kurzarbeit. Beide Zahlen sind seit der ersten Befragungswoche, die am 26. März geendet hat, um wenige Prozent angestiegen. Die Zahl derjenigen, die aktuell ohne Lohn freigestellt sind ist jedoch von 7,2% am 26. März auf 1,7% gesunken. 
 

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