Rhein-Neckar

Bobenheim-Roxheim: Auf der Spur des Bibers

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In Bobenheim-Roxheim befindet sich ein kleines Naturparadies. Das sieht auch der Biber so und ist deshalb hier sesshaft geworden.

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Etwa sieben Jahre ist es her, da haben Naturschützer in Bobenheim-Roxheim den ersten Biber entdeckt und zwar im Silbersee. Dabei ist das ein sehr ungewöhnliches Zuhause für einen Biber. Viele Nächte hat sich Ewald Marx vom Naturschutzverein Bobenheim-Roxheim schon um die Ohren geschlagen, um die Nager zu beobachten. Schätzungsweise 12 Biber leben hier und im Umland, erzählt er:

Die haben sich gut vermehrt. Wir gehen im Moment von vier Familien in vier verschiedenen Gewässern aus. Und das sind vermutlich alles Nachkommen hier aus Bobenheim-Roxheim. Denn die Jungbiber bleiben etwa zwei Jahre bei der Familie und werden dann verdrängt. Dann müssen sie sich ein eigenes, neues Gebiet suchen. Dazu läuft er so 20-25 Kilometer und das auch mal über ein Feld oder Acker, um ein Revier zu finden, wo ein geeignetes Gewässer vorhanden ist.

Dabei war der Biber in der Pfalz schon fast ausgestorben. Umso schöner, dass er jetzt die Region rund um Bobenheim-Roxheim erobert. Im Silbersee gibt es ein paar geheime Ecken, wo sich der Biber sehr wohl fühlt. Hier hat er seine Familie gegründet und ist dann nach und nach in die Nachbargewässer ausgewandert. Auch in die Isenach Richtung Frankenthal bis nach Lambsheim und im Eisbach in Worms hat er sich schon angesiedelt.

Aber warum kamen die Biber nach Bobenheim-Roxheim und warum fühlen sie sich bei uns so wohl, Herr Marx?

Das ist die große Frage. Denn es ist eigentlich ungewöhnlich, dass der Biber in Badeseen, wie dem Silbersee, oder stillen Gewässern sesshaft wird. Normalerweise sucht er ja kleine Bäche, die eine geringe Fließgeschwindigkeit haben, wo er seine Burg bauen kann. Und weil das so außergewöhnlich ist, freuen wir uns sehr darüber. Das spricht auch für Bobenheim-Roxheim, dass wir hier eine schöne Wohnlandschaft haben – nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Tiere.

Der Biber ist also eine richtige Bereicherung für die Region. Und sein Weg ist hier auch noch nicht zu Ende. Der Naturschützer schätzt, dass er noch weiterziehen wird, bspw. in den Eckbach oder über die Isenach nach Bad Dürkheim. Auch über die Rheinschiene Richtung Karlsruhe, nach Lampertheim oder Mannheim in den Neckar könnte er noch abwandern.

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