Rhein-Neckar

Hilfe von Kollegen

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Die Hochwasserkatastrophe hat viele hart getroffen. Landwirte, Winzer, Bäcker und Ladeninhaber. Die Böden, Ernte und Geräte, alles ist kaputt. Die Spendenbereitschaft in Deutschland ist groß, aber es gibt nicht nur allgemeine Sach- und Geldspenden. Einige helfen ihren Kollegen in den Hochwassergebieten.

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Winzer helfen Winzer
850 Flaschen Wein haben Winzer von der Bergstraße und aus dem Kraichgau zugunsten der Flutopfer gespendet. Die Flaschen wurden zum Niersteiner Weingut St. Anton am Rhein gebracht und werden dort zu Überraschungspaketen geschnürt (mit jeweils 6 verschiedenen Sorten) und für 65 Euro verkauft. Der Erlös soll den Winzern der schweren Flutkatastrophe zugute kommen. Mehrere Winzer aus der Region unterstützen die Aktion. Über 10 000 Pakete wurden schon verkauft – (Aktion läuft seit ca. 2 Wochen). Idee hatte Winzer Max Jäck aus Schriesheim.

Abfallwirtschaft hilft Abfallwirtschaft
ebwo AöR (Entsorgungs- und Baubetrieb Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Worms) hilft mit Team, Sperrmüllfahrzeug und Kanalspülfahrzeug im Krisengebiet Ahrweiler. Viele Menschen stehen in den von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen buchstäblich vor den Trümmern ihrer Existenz. Sperrmüll, Elektrogeräte, Treibgut mit entwurzelten Bäumen, Geröll, Schlamm und Bauschutt haben die Wassermassen durchs Ahrtal über eine Strecke von 40 Kilometer mitgerissen. Deshalb werden dort momentan dringend schweres Gerät, Zwischenlagerflächen und Transportmöglichkeiten für verschlammten Sperrmüll und konkrete Entsorgungsmöglichkeiten benötigt. Die ebwo AöR hat auf den verzweifelten Hilferuf des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) Ahrweiler reagiert und ist sofort mit einem Team hochgefahren. Kurzfristig fand sich ein Team aus freiwilligen Helfern, das sich sofort bereit erklärte, vor Ort mit anzupacken. Mit einem Sperrmüllfahrzeug und einem Kanalspülfahrzeug sind vier Mitarbeiter ins Krisengebiet gefahren. Insgesamt ist die ebwo AöR mit wechselnden Mitarbeitern einen Monat lang vor Ort.

Bäcker helfen Bäckern
Viele Bäckereien in Deutschland bieten zurzeiteit ein „Flut-Brot“ an. Pro verkauftem „Flut-Brot“ geht 1 Euro als Spende an die Bäcker in den Flutgebieten. Auch Bäcker Jochen Brendel aus Ludwigshafen macht mit. Er verkauft sein stärkstes Brot, das Krustenbrot, jetzt für einen Euro mehr und der geht an die betroffenen Betriebe in der Vulkaneifel. Die Kunden finden die Aktion toll und runden sogar auf. Denn die Bilder aus den Katastrophengebieten haben den Bäcker sehr erschüttert:

Da blutet einem das Herz. Wenn man seine Existenz fortschwimmen sieht, das ist brutal. Da schwimmt ein Ofen weg, da schwimmt eine Knetmaschine die Tür raus. Wenn ich betroffen wäre, wäre ich auch froh, wenn ich Unterstützung bekommen würde – auch als Motivation, um weiterzumachen.

Jochen Brendel überlegt jetzt sogar, jedes Brot zum „Flut-Brot“ zu machen.
 

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