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Bestattungsspielzeug, Therapiehunde und vieles mehr

„LEBEN UND TOD“ - die etwas andere Messe kommt erstmals nach Freiburg

Auch wenn das Thema auf den ersten Blick traurig klingt: die Messe „Leben und Tod“ ist eine bunte und vielfältige Messe rund um ein Thema, das uns alle betrifft. In drei Wochen findet sie erstmals in Freiburg statt.

Die Messe „Leben und Tod“ gibt es bereits seit 13 Jahren in Bremen und kommt nun am 21. und 22. Oktober erstmals in den Süddeutschen Raum in die Messe Freiburg.

Wir möchten zeigen, dass es gar nicht schlimm sein muss, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen“,

sagt Projektleiterin Meike Wengler.

Unsere Veranstaltung ist bunt und vielfältig, es wird gesungen und gelacht. Wer eine getragene und traurige Stimmung erwartet, wird überrascht sein.

Unter den 80 Ausstellenden befinden sich Vereine, Künstler und Dienstleistende ebenso wie Anbieter von Literatur, Trauerschmuck, Aromaölen, Erinnerungsstücken oder handgefertigten Holzurnen.

Offene Vorträge bieten Tipps und Ansprechpartner zu Themen wie Patientenverfügung, Vorsorge, Trauerbewältigung und Bestattungsmöglichkeiten. Abgerundet wird das Angebot durch ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und Lesungen.

Experten befassen sich mit dem Thema „Junge Menschen und der Tod“  
Beim Spielen im Wohnzimmer fragt das Kind plötzlich: „Friert Opa nicht, wenn er unter der Erde liegt?“ – ganz unbefangen und mit kindlicher Neugier. Bei Erwachsenen sorgen Fragen wie diese erst einmal für Unsicherheit. Kann ich mit Kindern offen über die Themen am Lebensende sprechen oder mute ich ihnen damit zu viel zu?
Antworten versprechen Expert in rund 40 Vorträgen und Lesungen. Hier erfahren interessierte und betroffene Besucher wie sie mit jungen Menschen auf Augenhöhe über das Sterben, den Tod und die Trauer reden können.

Unter dem Titel „Gibt es im Himmel Eiscreme?“ geht es um Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Mechthild Schroeter-Rupieper, Trauerbegleiterin und Referentin bei der LEBEN UND TOD, weiß: „Erwachsene haben es in der Regel als junge Menschen nicht gelernt, unbefangen über Tod und Trauer und damit einhergehend über Krisenbewältigung zu sprechen. Es macht sie unsicher und sie übertragen ihre eigene Not auf die nächste Generation.“ Aus diesem Grund rät sie erwachsenen Bezugspersonen, sich mit den eigenen Sorgen auseinanderzusetzen und Beratungsangebote anzunehmen. So können sie jungen Menschen eine gute Stütze sein und sie spüren lassen, dass der Tod etwas Natürliches ist. In ihrem Vortrag am Freitag, 21. Oktober, thematisiert sie unter anderem, ob und wenn ja, ab welchem Alter Kinder mit ins Krankenhaus, zum Bestatter oder zur Beerdigung genommen werden sollten.

Spielerischer Umgang
Eine weitere Möglichkeit der Annäherung bietet der Niederländer Richard Hattink. Getreu dem Motto „Komm, wir spielen Beerdigung“ hat der Bestattungsunternehmer und Trauerpädagoge spezielles Bestattungsspielzeug entwickelt, um Kindern einen leichten Zugang zu den Themen am Lebensende zu ermöglichen und gleichzeitig mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Kinder entwickeln verrückte Phantasien, wenn man nicht ehrlich mit ihnen spricht“, sagt Hattink und verweist auf das Beispiel des vierjährigen Marco, der seine Mutter fragte, wie man den verstorbenen Opa durch die Kloschüssel hinunterspülen wolle und ob man ihn dafür kleinschneiden müsse. Was im ersten Moment verstörend wirkt, ist laut Hattink aus Kindersicht eine logische Schlussfolgerung: „Durch feinfühliges Nachfragen ergab sich: Der wenige Wochen zuvor gestorbene Goldfisch war über die Toilette entsorgt worden. Der Junge hatte seinen Opa mit dem Goldfisch gleichgestellt und folglich war für ihn klar, dass die Toilette der übliche Ort sei, um Verstorbene zu entsorgen.“ Das Beispiel des kleinen Marco zeige, wie wichtig es sei, die Gefühle und Gedanken der Kinder ernst zu nehmen und offen über das Sterben zu sprechen. Hier setzt das diesjährige Schwerpunktthema der LEBEN UND TOD an.

Kongress für Fachleute
Begleitend zur Messe gibt es einen Fachkongress. Dieser richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche aus Pflege, Palliative Care, Hospiz, Trauerbegleitung, Seelsorge und Bestattungskultur.

Das Ticket zur Messe Freiburg kostet 10 Euro, der Fachkongress ab 25 Euro.