Milchzähne
picture alliance / imageBROKER | C. Heusler
Milchzähne
Stammzellen für später

Darum solltet ihr die Milchzähne eurer Kinder aufheben

Ausgefallene Milchzähne werden gerne als Erinnerungsstücke aufbewahrt. Was viele dabei nicht wissen, sie können darüber hinaus sehr wertvoll werden, denn sie können sogar Leben retten.

Kleine Lebensretter

Manch einem läuft ein kalter Schauer über den Rücken beim Anblick von wackelnden oder gar ausgefallenen Milchzähnen, für die Kinder sind sie wiederum kleine Trophäen, die gerne von der sagenumwobenen Zahnfee mit einer Münze oder sogar einem kleinen Präsent belohnt werden. Viele Eltern bewahren die ausgefallenen Zähnchen in einer kleinen Schatulle als Erinnerungsstücke auf, doch sie sind bei weitem mehr wert als bloße Erinnerungen. In manchen Fällen können sie sogar zum Lebensretter werden!

Eine Studie des National Institute of Health in den USA fand heraus, dass die Milchzähne sehr wertvoll sind und nicht in den Müll gehören, denn in den Zähnen, genauer gesagt im Zahnmark, sind laut den Forschungsergebnissen zufolge, wichtige Stammzellen enthalten, die in der medizinischen Forschung für die Heilung von Krankheiten eine wichtige und große Rolle spielen.

Die circa 12 bis 20 Stammzellen pro Zahn können laut dem Portal "Netmoms" sogar hilfreich sein bei einer Vielzahl schwerwiegender Erberkrankungen, bei Diabetes oder auch Krebs. Also: Ein wertvolles Gut, das man aufbewahren sollte, da es im Ernstfall Leben retten kann. 

Milchzähne sind erstklassige Stammzellen-Lieferanten

Die Stammzellen reifen ab der 6. Schwangerschaftswoche im Bauch der Mutter heran. Diese Zellen haben ganz besondere Funktionen, denn sie können sich selbstständig erneuern und haben die Fähigkeit, sich in unterschiedliche Zellen zu verwandeln. Die Wissenschaftler sehen in den Stammzellen aus Milchzähnen die Zukunft, vor allem für Autoimmunerkrankungen und Leukämie, doch auch Alzheimer könnte laut den Forschenden geheilt werden. 

Aber auch bei nicht-lebensbedrohlichen Leiden, wie beispielsweise abgestorbenen Zähnen, können die alten Beißerchen der Grundstein einer Behandlung sein. "Durch diese Art von Therapie kann das Gefühl in einem abgestorbenen Zahn wiederhergestellt werden", erklärt Songtao Shi von der Universität Pennsylvania in der "Penn Today". "Wenn die Zähne mit Hitze oder Kälte stimuliert werden, können die Patienten dies wieder wahrnehmen. Der Zahn wird wieder zum Leben erweckt."

Richtige Aufbewahrung wichtig!

Die Heilung vieler Krankheiten könnte also in diesen besonderen Zellen liegen, doch dafür muss man erstmal an sie ran kommen. Die beste Methode ist hierbei die Konservierung. Das heißt, die Milchzähne sollten nicht einfach in einem kleinen Döschen oder Ähnlichem verwahrt werden. Wie die Zahnärztin Diana Svoboda in einem ProSieben-Interview erklärt, sind die Zähnchen recht empfindlich und sollten möglichst zeitnah nach Ausfall in einem Speziallabor eingelagert werden. Nur so könnten die enthaltenen Stammzellen im gesundheitlichen Notfall von Nutzen sein. Immer mehr Firmen bieten eine Art Speicherbank für Stammzellen an. Hier werden die Milchzähne aufbereitet und über Jahrzehnte aufbewahrt. Vorab ist jedoch wichtig, dass die Milchzähne sorgsam geputzt und gepflegt werden. Zudem müssen die Zähnchen mit etwas Blut aufbewahrt werden, bis die Stammzellen daraus entfernt sind. 

Eltern, die ihre Kinder schon ganz früh für mögliche Krankheiten in der Zukunft absichern möchten, können eine solche Stammzellenbank beauftragen, wo das Zahnmark mit den Stammzellen aufbewahrt wird. Das Verwahren ist jedoch nicht gerade billig, rund 2.000 Euro kostet eine Einlagerung für 20 Jahre. 

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