Teenager mit Sparschwein
Midjourney/KI
Teenager mit Sparschwein
Taschengeld und Schuldenfalle

So lernen Jugendliche den richtigen Umgang mit Geld

Man kann sich nicht immer kaufen, was man möchte. Die Erfahrung machen auch Jugendliche. Um nicht in die Schuldenspirale zu geraten, müssen sie den richtigen Umgang mit Geld lernen. Tipps gibt's hier.

Schuldenspirale abwenden

Schon früh nehmen Heranwachsende die Bedeutung von Geld wahr und erfahren, welche Rolle finanzielle Themen im Familienalltag spielen. Dabei werden ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse schon früh durch Werbung geweckt. Egal ob ein Kind viel fernsieht, allein das Umfeld beeinflusst den Wunsch nach neuen Dingen. Dass man sich aber nicht immer alles kaufen kann oder man auch nicht alles braucht, was man sich kauft, müssen Teenager lernen. Denn ohne Finanzwissen besteht das Risiko, dass sie auf kurz oder lang in eine Schuldenspirale geraten. Vor allem das Elternhaus spielt hierbei eine wichtige Rolle. Eltern sollten ihren Kindern früh den richtigen Umgang mit Geld beibringen, damit sie wissen, was sie sich mit ihrem Taschengeld leisten können. 

Für das Thema "Werbung" sensibilisieren

Egal wo man hinschaut, ob im Fernsehen, im Internet oder auf großen Plakaten in der Stadt, überall begegnet uns Werbung. Eltern sollten vor allem ihre Kinder für dieses Thema sensibilisieren und ihnen bewusst machen, dass sie eine sehr interessante "Zielgruppe" für Marketingstrategien sind und man nicht alles braucht, was gerade beworben wird. 

Eltern sollen gutes Vorbild sein

Das neueste Smartphone, die coolste Marken-Jeans: Alle wollen dazugehören und so laufen Jugendliche schon Gefahr, in eine Schuldenfalle zu tappen. Denn für viele ist Einkaufen angesagt. Doch wenn Jugendliche den richtigen Umgang mit Geld nicht gelernt haben, schätzen sie ihre finanziellen Möglichkeiten mitunter falsch ein. Dies lässt sich aber verhindern, so Wirtschafts-Professor und wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Frankfurt/Main Michael Heuser. Er sieht hier vor allem das Elternhaus in der Pflicht. Er rät dazu, in der Familie offen über Geldthemen - so auch über Einkommen der Eltern und was sie sich leisten können - zu sprechen und daraus kein Tabuthema zu machen.

Eltern sollten auch dazu stehen, wenn sie bestimmte Ausgaben derzeit nicht tätigen können und diese verschieben müssen. Nur so kann das Kind lernen, dass es "normal" ist, dass man sich nicht immer alles gleich kaufen kann, was man sich wünscht. 

Sparziele gemeinsam setzen

Oftmals liegt das Problem laut Heuser auch darin, dass Eltern alleine finanzielle Dinge für Jugendliche regeln. Eltern und Jugendliche sollten besser zusammenkommen und gemeinsam über mögliche Sparziele sprechen. Dabei sollten Eltern offen kommunizieren, welche Sparraten für sie machbar sind und welche nicht.

Teenagern sollte klargemacht werden, dass man bei Geldausgaben stets Prioritäten setzen muss. Eltern sollten es also zum Thema machen, welche Ausgaben unnötig sind und was eher Luxus ist. Auch sollte in der Familie kommuniziert werden, wann und wie gespart wird, zum Beispiel beim Wasser- oder Stromverbrauch. Eltern können ihrem Nachwuchs auch mitteilen, wofür sie bereit sind, mehr Geld auszugeben, wie etwa für gesunde Ernährung. 

Lernen mit Alltagsbezug

Um Kinder und Jugendliche an das Thema Geld und den richtigen Umgang damit heranzuführen, könnte es eine Möglichkeit sein, gemeinsame Spar-Challenges innerhalb der Familie zu vereinbaren. So könnte zum Beispiel festgelegt werden, dass jedes 1-Euro-Stück oder 5-Euro-Schein, das im Geldbeutel landet, ins Sparschwein kommt. Nach einem Monat wird dann zusammen geschaut, was sich angesammelt hat. Das Geld kann dann wiederum in einen größeren Sparplan eingezahlt werden oder für einen zuvor festgelegten Zweck verwendet werden. 

Den Umgang mit Geld kann man Jugendlichen aber auch anderweitig nahebringen, am besten mit einem konkreten Alltagsbezug. Steht für den Teenager beispielsweise das erste Smartphone an, können sich Eltern gemeinsam mit dem Nachwuchs die verschiedenen Handytarife ansehe. Eltern sollten auch mit ihren Kindern darüber reden, welche Gefahren etwa hinter Angeboten wie „Buy now pay later“ (Kaufe jetzt, zahle später) lauern.

Keinen Vorschuss auf Taschengeld oder Kredit gewähren

Damit Kinder im späteren Leben besser mit Geld umgehen und sinnvolle Anschaffungen von unnötigen unterscheiden können, kann Taschengeld einen wertvollen Beitrag leisten. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen und verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Kinder lernen, Preise zu vergleichen oder nach Sparpotenzialen zu suchen. Taschengeld ist daher eine effektive Lernmethode, um Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu vermitteln.

Dazu zählt auch, dass Kinder selbstständig darüber entscheiden sollten, wie viel sie von ihrem Taschengeld ausgeben und was sie sich dafür kaufen möchten. Wichtig ist jedoch, dass das Taschengeld dem Alter des Kindes entsprechend gestaffelt wird. Es sollte nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel sein. Eltern sollten aber auch nicht nachgeben, wenn das Taschengeld aufgebraucht ist und auch keinen Vorschuss darauf gewähren - auch wenn das Kind noch so bettelt. Nur im absoluten Ausnahmefall kann ein Vorschuss gewährt werden, dann sollte dieser schriftlich festgehalten und mit dem nächsten Monatsgeld verrechnet werden. In diesem Fall sollten Eltern ihr Kind darauf hinweisen, welche Folgen Schulden haben können und dass dadurch die Gesamtsumme des nächsten Taschengeldes sinkt. Das muss dem Jugendlichen klar sein, bevor er sich bei "verschuldet".

Spielerisch Wissen aneignen

Da nicht in allen Elternhäusern das Wissen und die Erfahrungen vorhanden sind, um über Finanzthemen zu sprechen, spielt auch die Schule eine entscheidende Rolle. Wirtschafts- und Finanzbildung in der Schule führe zu besseren und auch gerechteren Startbedingungen ins Leben, erklärt Verena von Hugo, Vorstandsvorsitzende des Bündnisses Ökonomische Bildung Deutschland e.V..

Daneben können Jugendliche ihre finanzielle Bildung auch selbst in die Hand nehmen und sich gegebenenfalls einen erfahrenen Coach (etwa die Eltern, Onkel oder Tante) suchen oder Angebote von Banken, Verbänden, Volkshochschulen oder auch Schülerfinanztage nutzen, um ihre finanziellen Kompetenzen zu stärken. Bildungsangebote gibt es auch im Internet zum Beispiel der Bundesregierung unter www.mitgeldundverstand.de.

Jugendliche können auch auf Apps setzen, um an Finanzwissen zu gelangen und sich vor Verschuldung zu wappnen. Eine der Apps ist etwa Budget+plus von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Dort gibt es neben Tipps zum Umgang mit Geld unter anderem ein Budgettagebuch und ein Finanzlexikon. 

 

Quelle: dpa, Mitteldeutsche Zeitung, elternwissen.com

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