Gefälschter 20-Euro-Schein
picture alliance/dpa | Christian Charisius
Gefälschter 20-Euro-Schein
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Geldscheine genau anschauen: So erkennst du Falschgeld!

Es ist deutlich mehr Falschgeld im Umlauf. Im Jahr 2023 wurden rund 56.000 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 5,1 Millionen Euro registriert. Das ist ein Plus von 28,2 Prozent gegenüber 2022.

Vor allem 200- und 500-Euro-Banknoten betroffen

Der massive Anstieg von gefälschten Banknoten liege vor allem an Betrugsfällen mit 200- und 500-Euro-Geldscheinen, teilte Burkhard Balz mit, Mitglied im Bundesbank-Vorstand und zuständig für Bargeld. Hauptsächlich Geschäfte mit Luxuswaren wie Schmuck, Goldbarren, Uhren und Autos nutzen Betrüger, um gefälschte Geldscheine in Umlauf zu bringen. Aber auch die Anzahl von gefälschten 50- und 100-Euro-Scheinen habe 2023 zugenommen. Dennoch bleibt das Aufkommen von Falschgeld auch weiterhin auf einem niedrigen Niveau und somit bestehe auch weiterhin ein geringes Risiko für die Bürgerinnen und Bürger. Laut Balz entfielen 2023 sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. 

In diesem Zusammenhang weist die Bundesbank jedoch daraufhin, sich Geldscheine immer ganz genau anzuschauen. Darauf musst du achten.

Merkmale von "Blüten"

Wie erkennt man gefälschte Scheine? Die Bundesbank erklärt, dass sie sich immer nach dem Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen" überprüfen lassen. Hologramme, Wasserzeichen und Glanzstreifen im Geldschein sind stets zu beachten.

1. Fühlen: 

Echte Geldscheine sind in der Regel aus speziellem Papier hergestellt, das sich anders anfühlt als normales Papier. Es fühlt sich griffig und fest an. Echte Scheine haben auf der Vorderseite erhabene Drucke oder spezielle Texturen, die mit bloßen Fingern spürbar sind. So können einfache Fälschungen schon beim Anfassen erkannt werden. Fühlt sich ein Geldschein zu glatt oder zu dünn an, kann dies ein Hinweis auf eine Fälschung sein. Weitere Merkmale, um "Blüten" zu erkennen:

  • 5-, 10- und ein Teil der 20-Euro-Banknoten der Europaserie wurden lackiert und fühlen sich daher glatt und fest an. Es gibt aber auch nicht lackierte 20-Euro-Scheine, die in Umlauf sind. 
  • Hervorgehobene Teile des Druckbildes auf der Vorderseite: diese Teile sind als Relief zu fühlen. Am linken Rand findet sich zum Beispiel in der Europa-Serie der Schriftzug: „BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC“ (sowie „ESB“ ab der 50-Euro-Note) und zusätzlich Schraffuren am rechten und linken Rand.

Echte Banknoten werden mit hochwertigen Drucktechniken hergestellt, die feine Details und klare Linien aufweisen. Falschgeld kann oft unscharfe Drucke, verschwommene Bilder oder fehlende Details aufweisen.

 

2. Sehen:

Hält man eine echte Banknote gegen das Licht, sieht man ein Schattenbild des Wasserzeichens im unbedruckten Bereich. Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der Europa-Serie ab der 20-Euro-Banknote außerdem ein transparentes Fenster, durch das das Porträt der Frauenfigur „Europa“ aus der griechischen Mythologie zu erkennen ist.

Wie auch in den Vorjahren hatten die gefälschten Banknoten 2023 ein leicht erkennbares Merkmal. Sie hatten auf der Vorderseite den Aufdruck "MovieMoney" oder "Prop copy". Dies war hauptsächlich auf den 10- und 20-Euro-Scheinen zu finden. Diese Banknoten haben keinerlei Sicherheitsmerkmale. Teilweise wurde der Aufdruck "MovieMoney" abgedeckt und durch eine Imitation einer Unterschrift ersetzt.  

 

3. Kippen:

Wird die echte Banknote gekippt, verändern sich die Elemente der Hologramme. Regenbogenfarbige Effekt zeigen sich rund um die Motive. 

Zudem haben die Banknoten der Europa-Serie auf der Vorderseite links unten die sogenannte Smaragdzahl. Ihre Farbe ändert sich beim Kippen und ein heller Balken "wandert" auf- bzw. abwärts. 

Auf 100- und 200-Euro-Banknoten sieht man in der Smaragdzahl zusätzlich mehrere Euro-Symbole, die ihre Größe und Farbe ändern. Im Hologramm ist das Satellitenmerkmal zu finden. Hier kreisen zwei Euro-Zeichen um die Wertzahl.

Viel mehr falsche Münzen im Umlauf

Rund 115.900 falsche Münzen wurden 2023 im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt. 2022 waren es noch 73.400 Stück. Das macht rechnerisch gesehen 14 falsche Münzen auf 10.000 Einwohner. 

Der ungewöhnliche Anstieg liege darin, dass einige Unternehmen über Jahre hinweg falsche oder verdächtige Münzen gesammelt haben und 2023 bei der Bundesbank eingereicht haben. Vermehrt 2-Euro-Münzen wurden dabei festgestellt. So erkennst du gefälschte Münzen.

So prüfst du Münzen auf ihre Echtheit

1. Das Münzbild tritt bei echten Münzen deutlich aus dem Münzgrund hervor. Fälschungen wirken oft verschwommen und weisen Unebenheiten auf.

2. Die Farbtönung weicht ab.

3. Randprägungen der echten 2-Euro-Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt. Fälschungen weisen häufig unvollständige oder unregelmäßige Randprägungen auf.

4. Echte 1- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch. Sie lassen sich leicht von einem Magneten ablösen. Fälschungen werden dagegen gar nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.

Was tun, wenn du Falschgeld bekommst?

Hast du die Vermutung Falschgeld bekommen zu haben, solltest du sofort die Polizei rufen oder die nächste Polizeidienststelle aufsuchen, so das BKA. Jeder Hinweis hilft, Fälschern auf die Schliche zu kommen. Besonders Fingerabdrücke sind wichtig! Um diese zu sichern, sollten Betroffene die Euro-Blüte in einen Briefumschlag stecken, bis sie an die Beamten weitergegeben wird. Solltest du aus Versehen Fake-Geld benutzen, machst du dich trotzdem strafbar. Ein Gericht muss dann erst nachweisen, ob es wirklich keine Absicht war.  

 

Quelle: bundesbank.de

Schulung der Bundesbank: So lernst du in wenigen Minuten, Falschgeld sicher und schnell zu erkennen.

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