Kranker Hund beim Tierarzt
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Kranker Hund beim Tierarzt
Zeckengefahr: Winziger Biss, der tödlich sein kann

Tierärzte warnen: Immer mehr Fälle von Hunde-Malaria

Mit dem Frühling beginnt wieder die Zeckenzeit. Was viele Hundehalter nicht wissen: Die kleinen Parasiten übertragen ernsthafte Krankheiten, wie die "Hunde-Malaria". So kannst du dein Tier schützen.

Parasiten lösen gefährliche Krankheit aus

Der brandenburgische Landesjagdverband warnt vor einer möglichen Ausbreitung der durch Zecken übertragenen Hunde-Malaria. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die derzeit besonders verstärkt in Brandenburg vorkommt, löse durch einen Biss die für Hunde gefährliche Krankheit Babesiose aus, teilte der Verband mit. Die Krankheit beim Hund sei laut Verband nicht auf den Menschen übertragbar. 

Auwaldzecke auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg unterwegs

Während die Erkrankung früher nur aus dem Ausland bekannt war, häufen sich die Fälle nun in Deutschland. Für die Ausbreitung der Auwaldzecke, auch unter dem Namen Wiesen-, Winter- und Buntzecke bekannt, machen Forscher vor allem den Klimawandel verantwortlich. In den letzten Jahren hat sich diese Zeckenart stark im Osten und Südwesten Deutschlands ausgebreitet. Davon betroffen sind vor allem das Saarland, das östliche Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Südhessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. 

Die Auwaldzecke ist bereits aktiv, wenn das Thermometer über Null Grad klettert. In den Sommermonaten findet man die Zecke eher selten, da sie es nicht gerne ganz heiß mag. Sie sitzt meistens auf Grashalmen und Stauden bis zu einer Höhe von 1,50 Meter. Man erkennt sie an ihrem auffällig gemusterten, bunten Rückenschild. Diese Zeckenart kann besonders groß werden. Im vollgesogenen Zustand kann sie bis zu zwei Zentimeter groß werden. 

Fälle von Hunde-Malaria häufen sich

Bereits im Mai 2022 waren mehrere Hunde im Landkreis Spree-Neiße in der Niederlausitz an Hunde-Malaria gestorben und auch derzeit berichten Tierärzte aus Brandenburg von stark steigenden Fallzahlen. 

Auwaldzecke
picture alliance / blickwinkel/R. Guenter | R. Guenter
Auwaldzecke
"Es kann innerhalb von Tagen zum Tod des Hundes kommen."

So gefährlich ist Hunde-Malaria

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Hund mal eine Zecke hat. Doch ein Zeckenbiss kann für die geliebten Vierbeiner fatale Folgen haben. Sie können sich dadurch mit Krankheiten wie "Babesiose" infizieren, die sogenannte Hunde-Malaria. Dahinter steckt eine schwere Infektionskrankheit, die im Verlauf der Malaria bei Menschen ähnelt und für das betroffene Tier tödlich enden kann. 

Die Parasiten gelangen von der Zecke in den Blutkreislauf der Hunde und zerstören dort die roten Blutkörperchen. Das kann zu Blutarmut führen und im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben. In Deutschland nimmt die Krankheit einen sehr akuten Verlauf und gilt als sehr gefährlich. Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt und eine Therapie eingeleitet, kann es innerhalb von ein bis drei Tagen zum Tod des Hundes kommen. 

Schnell handeln bei ersten Symptomen

Wer bei seinem Vierbeiner eine Zecke entdeckt hat, sollte das Tier in den darauffolgenden Tagen gut beobachten. Eine Infektion tritt meist erst nach 1 bis 3 Wochen auf und äußert sich durch die folgenden Symptome:

  • Appetitlosigkeit,
  • Fieber,
  • Gewichtsverlust,
  • Trägheit,
  • häufig blasse Schleimhäute am Maul und Augen oder Gelbsucht,
  • Urin verfärbt sich dunkelrot bis kaffeebraun,
  • verstärkte Atmung,
  • blutigen Nasenausfluss,
  • Schock oder epileptischen Anfällen,
  • Lähmungen und Bewegungsstörungen.

Ist das Tier erkrankt, können diese Symptome auftreten, müssen aber nicht alle vorhanden sein. Stellt man jedoch diese Anzeichen fest, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, denn unbehandelt kann eine Babesiose zum Tod führen. 

Wie gut sind die Heilungschancen?

Sucht der Tierhalter bei ersten Anzeichen direkt einen Tierarzt auf, stehen die Chancen auf Heilund wirklich gut, erklärt Tierarzt Gordon Ebeling aus Potsdam. Wartet man jedoch zu lange, sinkt die Überlebenschance schnell auf unter 50 Prozent. 

Werden die Parasiten Babesia Canis durch einen Bluttest frühzeitig entdeckt, ist die Erkrankung in der Regel gut behandelbar. In den meisten Fällen wird dem Tier ein Parasitenmedikament unter die Haut gespritzt, das die Parasiten abtötet. In manchen Fällen kann auch eine Bluttransfusion nötig sein. Nach wenigen Tagen sind erkrankte Hunde meist wieder vollständig genesen und können geheilt entlassen werden. 

So kannst du deinen Hund schützen

Tierhalter sollten ihre Hunde nach Absprache mit Tierärzten mit Anti-Zeckenmitteln schützen und sie mehrmals täglich nach Zecken absuchen, raten die Jäger nach FAZ-Angaben. 

"Es gibt einige Medikamente aus der Apotheke, bei denen der Schutz nicht sehr gut oder gar nicht vorhanden ist", erklärt Tierarzt Gordon Ebeling gegenüber rbb24. Er rät Tierhaltern sich von ihrem Tierarzt beraten zu lassen. 

Quelle: dpa, rbb24, FAZ

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