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Kultusministerin Schopper im Gespräch: Wie wird das kommende Schuljahr?

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Seit dem 12. Mai ist die neue baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) im Amt. Im Gespräch mit Radio Regenbogen blickt sie auf das vergangene Schuljahr zurück und erklärt, auf was sich Schülerinnen und Schüler im kommenden Schuljahr einstellen müssen.

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„Ich glaube, dass die Schülerinnen und Schüler jetzt wirklich ein außergewöhnliches Schuljahr hatten. Auch für Lehrer und alle, die am Schulleben beteiligt sind, war das wirklich eine Herausforderung. Einige haben die Schule fünf Monate gar nicht von innen gesehen“, so Kultusministerin Theresa Schopper. Das seien in der Planung für das kommende Schuljahr Punkte, die man beachten müsse.

Worauf müssen sich Schüler und Lehrer im kommenden Schuljahr einstellen?

In ihrer bisher kurzen Amtszeit war es Schoppers Hauptaufgabe, das neue Schuljahr 2021/22 vorzubereiten. Das oberste Ziel ist der Präsenz-Unterricht und die Wiedereinführung der Präsenzpflicht. Zum Schulstart sollen die meisten Lehrer bereits geimpft sein. In den ersten 14 Tagen nach den Sommerferien wird es, unabhängig von den Inzidenzen eine Maskenpflicht an Schulen geben.

„Es ist eine Erfahrung aus dem letzten Jahr, dass sich nach dem die Reisenden zurückgekehrt sind, die Pandemie wieder ausgebreitet hat und das wollen wir nicht mehr.“

Die Teststrategie wird weitergeführt. Das heißt, dass Schüler und Lehrer zweimal pro Woche getestet werden. Neben dem Lüften sollen auch Luftfilter und Co2-Melder angeschafft werden. Das Land stellt dafür 60 Millionen Euro zur Verfügung.

Zusatzangebote im neuen Schuljahr

Nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie gilt es Lernrückstände bei den Schulkindern aufzuholen. Nicht bei allen Kindern hat der Wechsel- und Fernunterricht gut geklappt. Aufgrund dessen wird es in der ersten Woche im kommenden Schuljahr Lernerhebungen in Form von Klassenarbeiten geben. Um Lernlücken zu schließen, läuft aktuell bereits das Angebot „Bridge the Gap“. Hierfür wurden Lehramtsstudierende gesucht, die die Lehrkräfte an den Schulen entlasten.

In den letzten beiden Ferienwochen werden die sogenannten „Lernbrücken“ angeboten. Die Lernbrücken sollen als Nachhilfe am Vormittag in den Kernfächern stattfinden. Bis jetzt haben sich leider nicht viele Schülerinnen und Schüler angemeldet und es stehen auch nicht genügend Lehrer bereit.

„Wir haben nach wie vor einen [Personal]-Mangel an Grundschulen und im sonderpädagogischen Bereich. Das sind leider unsere größten Schwierigkeiten, die wir an dieser Stelle immer noch haben.“

Aufholprogramm „Rückenwind“

Während des Schuljahrs soll das Aufholprogramm weitergehen. Entweder wird es in den Unterricht integriert oder es soll außerhalb des Unterrichts stattfinden. Dieses Programm soll „Rückenwind“ heißen. Kultusministerin Schopper:

„Wir gehen davon aus, dass wir in einem Prozentsatz von 25 Prozent Lernlücken haben, die sich nicht leicht schließen lassen. [Beim Aufholprogramm ‚Rückenwind‘] werden wir beides haben: wir werden das zum Teil integriert im Unterricht haben, wir werden das ausgenommen haben, wenn das außerschulische Träger sind, immer Gruppen von circa acht Kindern Nachhilfe im klassischen Sinne bekommen.“

Wie sehr wird an die Delta-Variante gedacht?

„Wir werden auch an den Schulen Infektionen haben. Da werden wir auch schauen, dass wir es früh genug wissen, damit wir Vorsichtsmaßnahmen treffen können“, so die Kultusministerin. Es sei nicht zu verhindern, dass sich die Kinder in den Sommerferien mit dem Corona-Virus anstecken. Man müsse mit Nachdruck schauen, dass tatsächlich ein großer Teil der Erwachsenen geimpft sei. Nur damit könne man die die Herdenimmunität erreichen und somit auch die Kinder schützen.
 
 

 

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