Corona

„Querdenker“-Demo in Stuttgart

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Rund 15.000 „Querdenker“ waren am Samstag in Stuttgart unterwegs, um gegen die bestehenden Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.

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Die Versammlungen und Aufzüge der sog. Querdenker sind am Samstag weitestgehend friedlich verlaufen. Dennoch war dies vor dem Hintergrund des Infektionsrisikos eine besondere Herausforderung für die Beamten. Beobachter schilderten die Lage als Volksfeststimmung. Die Demonstranten zogen gegen 12:30 Uhr vom Stuttgarter Marienplatz zum Cannstatter Wasen, wo sich zuvor auch schon Teilnehmer versammelt hatten. An beiden Plätzen sowie während des Zuges verstieß die Mehrzahl der Demonstranten gegen die Abstands- und Maskenauflagen. Sie alle und auch die Versammlungsleitung müssen mit Anzeigen und Ermittlungsverfahren rechnen. Der Sprecher der Polizei Stuttgart, Stefan Keilbach sagte uns:

Demonstrationen werden i.d.R. aufgelöst, wenn sie unfriedlich verlaufen und wenn sie mit Waffen geführt werden und das ist hier nicht der Fall. Das kann natürlich für viele, die von Außen zusehen, unbefriedigend sein. Wer Einkauken geht muss eine Maske tragen, wer hier demonstriert nicht. Aber die Polizei ist in einem Spannungsfeld zwischen Infektionsschutz und dem Hohen Gut der Versammlungsfreiheit. Wir registrieren hier natürlich diese Verstöße und dokumentieren diese. Wir zeigen diese Menschen auch an und vor allem auch den Versammlungsleiter. Denn wenn er nicht dafür sorgt, dass seine Versammlung ordentlich abläuft, dann ist das eine Straftat nach dem Versammlungsrecht.

Mehr als 254 Corona-Verstöße wurden bereits geahndet. Auch ein Knallkörper wurde aus der Menge auf die Polizeibeamten geworfen. Eine Beamtin wurde bei einer Wiederstandshandlung leicht verletzt.

Bereits zum Start der Demonstration versuchten Gegendemonstranten, viele auf dem Fahrrad und korrekt Maske tragend und Abstand haltend, den „Querdenkern“ den Weg abzuschneiden und blockierten eine Bundesstraße. Die Polizisten lenkte den Demonstrationszug um und verwiesen sie auf den Karlsplatz, wo sie ihre Kundgebung angemeldet hatten. Jedoch wollten diese dorthin nicht zurückkehren und erhielten daraufhin Platzverweise.

Mehreren hundert Polizeibeamten waren am Samstag in Stuttgart im Einsatz, darunter auch Einheiten aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und der Bundespolizei.

 

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