Corona

Omikron-Variante: Forschung braucht noch Zeit

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Impfstoffhersteller untersuchen Möglichkeiten für neue Vakzine

​Die neue Coronavirus-Variante Omikron hält die Welt in Atmen. Nachdem diese in der vergangenen Woche in Südafrika nachgewiesen und davon ausgegangen wurde, dass diese von dort auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern angekommen ist, nähert sich jetzt der Verdacht, dass Omikron schon länger in Europa sein könnte.

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Forschende aus den Niederlanden haben derweil Spuren der Omikron-Variante in Proben entdeckt, die mindestens ein paar Tage älter sind, als die bisher bekannten Fälle von vergangenen Freitag. Das deutet darauf hin, dass die neue Variante schon länger in Europa ihre Kreise zieht.

Forschung steht noch am Anfang

Fest steht, dass die Omikron-Variante weit mehr Mutationen aufweist, als die Delta-Variante. Wissenschaftler vermuten, dass diese Veränderungen des Erbguts dafür sorgen, dass die Variante ansteckender ist und in manchen Aspekten die Schutzwirkung der Impfstoffe umgehen kann. Das wird die Variante nicht zu 100 Prozent schaffen, doch die Wirkung der Vakzine könnte möglicherweise im Mittel nicht so effektiv sein, wie bspw. gegen die Delta-Variante. Abschließende Studien würden aber noch zwei Wochen andauern, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

Infektionsgeschehen in Europa nicht vergleichbar mit Südafrika

Fest steht auch, dass die Medizinindustrie mit dem Tag gerechnet hat, an dem es eine Mutation geben würde, die den Schutz der Impfstoffe leichter umgehen kann. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Anzahl und Schwere der Verläufe auf dem afrikanischen Kontinent nicht mit der Verbreitung in Europa zu vergleichen sei. Hierzulande sei der Altersdurchschnitt und die Impfquoten höher, was es der neuen Variante schwerer mache, als zum Beispiel in den südafrikanischen Städten Johannesburg oder Pretoria.

Impfstoffhersteller arbeiten an neuem Vakzin

Impfstoff-Hersteller geben sich derweil teils pessimistisch, wie Moderna-Chef Stephane Bancel in der "Financial Times". Er sagt: "Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie stark, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: 'Das wird nicht gut sein'." AstraZeneca-Partner, die Universität von Oxford, habe aktuell weniger Bedenken, was die Wirksamkeit ihrer Impfstoffe angeht.

Moderna und BioNTech sollen bereits die Arbeit zur Herstellung eines neuen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante aufgenommen haben. Laut BioNTech sei noch nicht klar, ob die Anpassung des Vakzins erforderlich ist, es werden aber noch Laborergebnisse in den kommenden zwei Wochen abgewartet, um Klarheit zu haben.

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