Corona

Arbeitsminister Heil möchte Recht auf Homeoffice schaffen

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Für viele war es eine komplett neue Situation, als wir im Frühjahr 2020 ins Homeoffice geschickt wurden. Heute ist es für viele zur Normalität geworden und die meisten wissen die Arbeit von zu Hause zu schätzen. Bundesminister für Arbeit Hubertus Heil (SPD) plant jetzt einen Rechtsanspruch auf Homeoffice.

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Die Ampel-Koalition möchte „moderne Regeln für mobiles Arbeiten in Deutschland“ schaffen und einen Rechtsanspruch auf Homeoffice einführen, das sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Arbeitgeber sollen ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten von zu Hause ermöglichen. Ausnahmen gelten, wenn betriebliche Gründe dagegensprechen. Das gilt für Berufsgruppen, deren Arbeit nicht von zu Hause verrichtet werden kann, wie zum Beispiel im Bau- oder Dienstleistungssektor. Bevor die Homeoffice-Pflicht während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, sträubten sich viele Arbeitgeber dagegen, ihren Beschäftigten das mobile Arbeiten anzubieten.

Wie der Arbeitsminister im Gespräch mit der dpa betont, begrüßen viele Beschäftigte das Arbeiten von zu Hause, wollen aber nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten. Einer der Vorteile des Homeoffice ist, dass somit Arbeit und Familie besser vereinbar sind.

Das Arbeiten von zu Hause hat allerdings nicht nur Vorteile. Viele Arbeitnehmer können im Homeoffice kaum einen Abstand gewinnen und Feierabend machen. „Arbeit darf nicht krank machen. Auch im Homeoffice muss mal Feierabend sein.“, so Heil. Das wurde bei dem Ordnungsrahmen, auf den sich seine Partei SPD mit Grünen und FDP verständigt haben, berücksichtigt.

In Portugal gilt seit dem 1. Januar, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter im Homeoffice nur dann nach Feierabend kontaktieren dürfen, wenn es sich um „höhere Gewalt“ handelt. Also bei schweren Unfällen oder Streiks. Wird der Arbeitnehmer trotzdem kontaktiert, drohen dem Arbeitgeber Strafen bis zu 10.000 Euro. Portugal folgt somit einem Gesetz aus Frankreich, das dort bereits 2017 eingeführt wurde.

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